Nach Abschluss des Moduls sind die Teilnehmenden in der Lage,
- zu erklären, wie Vertrauen in digitalen Interaktionen entsteht und welche Risiken eine Organisation ohne verlässliche Vertrauensinfrastruktur trägt;
- digitales Vertrauen als Geschäftsmodell und strategischen Faktor einzuordnen;
- zu beurteilen, warum Vertrauen verletzlich ist (Fälschbarkeit, DPP, Blockchain) und warum Governance und Technologie zusammengehören;
- Governance-Modelle digitaler Vertrauensinfrastrukturen – etwa GLEIF als globales Modell – zu analysieren und Rollen sowie Verantwortlichkeiten einzuordnen;
- die regulatorischen Grundlagen eIDAS, ZertES und eIDAS 2 sowie die Schweizer E-ID swiyu in der Praxis zu verstehen
- rechtliche Fragen zu Haftung, Compliance und Fraud in die Gestaltung digitaler Identitätslösungen einzubeziehen.
Lerneinheiten und Inhalte
Lerneinheit 1: Einführung – Vertrauen als Grundlage digitaler Interaktion
Warum ist Vertrauen die Grundlage jeder digitalen Interaktion? Anhand von Alltagsbeispielen zeigen Vertreterinnen und Vertreter der Wirtschaft, wo Vertrauen entsteht, wo es fehlt und welche Rolle es für Wirtschaft und Gesellschaft spielt.
Lerneinheit 2: Digital Trust als Geschäftsmodell – die Anbieterperspektive
Digitales Vertrauen wird zum Geschäftsmodell. Am Beispiel der Swisscom Digital Trust Services wird gezeigt, wie Anbieter Vertrauen als Dienstleistung aufbauen, betreiben und monetarisieren – und welche strategische Bedeutung das hat.
Lerneinheit 3: Grundlagen des Vertrauens – Fälschbarkeit, Technologie und Governance
Warum ist Vertrauen so wichtig und zugleich so verletzlich? Anhand von Fälschbarkeit, Digital Product Passport (DPP) und Blockchain wird erarbeitet, warum technische Lösungen allein nicht genügen und warum Governance und Technologie zusammengehören – und welche Risiken entstehen, wenn Vertrauen nicht abgesichert ist.
Lerneinheit 4: Governance-Modelle digitaler Vertrauensinfrastrukturen
Wie werden digitale Vertrauensinfrastrukturen gesteuert? Am Beispiel von GLEIF als globalem Governance-Modell werden Verantwortlichkeiten, institutionelle Einbettung und Skalierung erklärt – als Referenz für den Aufbau vertrauenswürdiger Ökosysteme.
Lerneinheit 5: Regulatorische Grundlagen – eIDAS und ZertES
Welchen rechtlichen Rahmen geben eIDAS (EU) und ZertES (Schweiz) für elektronische Signaturen und Vertrauensdienste vor? Die Teilnehmenden erkennen, wie Recht und Governance das Signatur- und Vertrauensfundament bilden und wo die Unterschiede liegen.
Lerneinheit 6: eIDAS 2 und die europäische Wallet-Infrastruktur
Was verändern eIDAS 2 und die EUDI Wallet? Die Teilnehmenden lernen die neue europäische Wallet-Infrastruktur, ihre Rollen und Vertrauensmechanismen kennen und erkennen, wie sich Governance und Technologie in einem neuen Ökosystem begegnen.
Lerneinheit 7: Die Schweizer E-ID in der Praxis – swiyu
Wie wird die Schweizer E-ID swiyu konkret umgesetzt? Die Teilnehmenden sehen, wie die zuvor behandelten Governance- und Vertrauensthemen in der Praxis eingelöst werden und wie staatliche Infrastruktur, Wallet und Trust-Modell zusammenspielen.
Lerneinheit 8: Recht, Haftung und Verantwortung in Vertrauensinfrastrukturen
Wer haftet wofür, wenn etwas schiefgeht? Die Teilnehmenden lernen die rechtliche Dimension von Vertrauensinfrastrukturen kennen und verstehen, wie Recht, Compliance und Governance zusammenwirken, um Verantwortung und Risiken klar zuzuordnen.
Leistungsnachweis
Das Programm umfasst 3 ECTS und damit einen Gesamtarbeitsaufwand von rund 90 Stunden. Davon entfallen 18 Stunden auf Kontaktunterricht (Präsenz), die verbleibenden 72 Stunden auf Selbststudium und die Erarbeitung des Leistungsnachweises.
Zum Abschluss ist ein Leistungsnachweis zu erbringen – in Form einer Case Study mit Präsentation: Die Teilnehmenden wenden die Inhalte auf einen konkreten Fall an und präsentieren ihre Ergebnisse.