Volksabstimmungen formen die Schweiz. Jeder Urnengang seit 1848 ist Teil einer stetig wachsenden Datensammlung. Die interaktive Dateninstallation «Urnengang» macht politische Partizipation und Ausgrenzung sichtbar. Die Besucher:innen werden per Controller aufgefordert, durch vergangene Debatten zu navigieren, Debatten zwischen JA- und NEIN-Lagern, die bis heute um Mehrheiten ringen.
Wer frühere Vorlagen betrachtet, erkennt: Demokratie verlangt ständige Aufmerksamkeit – und früher war sicher nicht alles besser. Die Installation greift den Akt des Urnengangs auf und übersetzt ihn in eine subtile, interaktive Erfahrung. Eine Steuerung ermöglicht den Betrachtenden eine direkte, individuelle Auseinandersetzung mit dem Werk. Sämtliche Volksabstimmungen seit der Gründung des Bundesstaats laufen durch und lassen Entwicklungen bei Stimmbeteiligung und Berechtigung eindrucksvoll nachvollziehen. Porträts des Bundesrats bieten Orientierung im Zeitverlauf. Per Tastendruck lässt sich die Animation anhalten, um einzelne Abstimmungen im Detail zu erkunden. Sichtbare Parteiparolen bringen vergangene Debatten zurück ins Bewusstsein. Die gezielte Datenfülle lädt zur eigenständigen Erkundung ein.
Ausgezeichnet mit dem Förderpreis ST.ART – Nachwuchsförderpreis Kultur – DESIGN FILM KUNST des Kantons Luzern.