Es gibt viele Bedrohungen für die Freiheit in der digitalen Gesellschaft. Dazu gehören unfreie Software, massenhafte Überwachung und Zensur. Unfreie Programme sind oft so konzipiert, dass sie Nutzer einschränken, kontrollieren oder manipulieren. Der «Krieg gegen das Teilen» zielt darauf ab, Nutzer daran zu hindern, Kopien veröffentlichter Werke weiterzugeben. Computer, die für Wahlen eingesetzt werden, machen Wahlergebnisse unzuverlässig. Weitere Bedrohungen entstehen durch die Nutzung von Webdiensten, die von Unternehmen betrieben werden, welche beliebige Bedingungen auferlegen können. Schließlich sind die meisten Internetaktivitäten (abgesehen von denen, die es schon vor dem Jahr 2000 gab) unsicher und davon abhängig, dass ein einzelnes Unternehmen sie erlaubt. All diese Bedrohungen haben ihren Ursprung mehr oder weniger in der Nutzung unfreier Software. Deshalb ist freie Software die erste Front im Kampf um die Befreiung der digitalen Gesellschaft.
Dr. Richard Stallman rief 1983 die Freie-Software-Bewegung ins Leben und begann 1984 mit der Entwicklung des GNU-Betriebssystems (siehe www.gnu.org). GNU ist freie Software: Jeder hat die Freiheit, sie zu kopieren und weiterzuverbreiten – mit oder ohne Änderungen. Das GNU/Linux-System, im Wesentlichen das GNU-Betriebssystem mit Linux als Kernel, wird heute auf mehreren zehn Millionen Computern eingesetzt. Stallman erhielt unter anderem den ACM Grace Hopper Award sowie den ACM Software and Systems Award, ein Stipendium der MacArthur Foundation, den Pioneer Award der Electronic Frontier Foundation und den Takeda Award for Social/Economic Betterment. Zudem wurden ihm zahlreiche Ehrendoktorwürden (doctorates honoris causa) verliehen, und er wurde in die Internet Hall of Fame aufgenommen.