Baukultur prägt unseren Alltag, da sie die Gestaltung, Nutzung und Wahrnehmung unserer Umwelt massgeblich mitbestimmt. Gleichzeitig steht die Gesellschaft vor grossen Herausforderungen: Urbanisierung, Klimawandel, demografischer Wandel, neue Mobilitätsformen und Digitalisierung verändern die Anforderungen an den Raum. Die Forschung betrachtet Baukultur deshalb ganzheitlich und verbindet räumliche, gesellschaftliche und kulturelle Perspektiven. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie alle wichtigen Faktoren für qualitätvolle Lebensräume zusammenwirken. Dazu gehören Gebäude und Freiräume, die Mitsprache von Betroffenen und Interessierten, die Planungsprozesse und Instrumente, die gesetzlichen Vorgaben und Rahmenbedingungen sowie die Qualität des Raums an sich.
Siedlungs- und Landschaftsqualitäten in Gemeinden
Gemeinden legen wesentliche Rahmenbedingungen für die bauliche Entwicklung auf ihrem Gebiet fest und spielen daher eine zentrale Rolle bei der Umsetzung einer hohen Baukultur. In inter- und transdisziplinären Projekten wurden Ziele, Massnahmen, Instrumente und Prozesse für eine qualitätsvolle Weiterentwicklung des gebauten Lebensraums erarbeitet. Dabei werden Herausforderungen wie etwa die Siedlungsentwicklung nach innen oder das Bauen ausserhalb der Bauzone thematisiert.
Dialog in der Areal- und Quartiersentwicklung
Auf Ebene Quartier und Areal ist der Dialog zum gebauten Umfeld sowie dessen Qualitäten und den dazugehörigen Prozessen seiner Entstehung wichtig. Dabei steht der Austausch zwischen Auftraggebenden, Planungsverantwortlichen und Nutzenden im Zentrum.
Nutzungskonzepte für baukulturelles Erbe
Dieser Themenbereich behandelt die Entwicklung nachhaltiger Umnutzungsstrategien für das baukulturelle Erbe. Als Thema von regionaler Bedeutung meint dies bspw. den Umgang mit den Bauten der Zentralschweizer Sakrallandschaft (Klöster, Kirchen etc.), deren bisherige Nutzungen einem starken Wandel unterworfen sind.
Digitale Werkzeuge für Partizipation und Vermittlung
Digitale Werkzeuge bieten grosses Potenzial für die Beteiligung betroffener Akteur:innen, indem sie bauliche Transformationsprozesse nachvollziehbarer aufzeigen, den Dialog fördern und eine breite Teilhabe sowie Aushandlung ermöglichen. Tools aus dem Bereich der Extended Reality können Planungsprozesse diesbezüglich wesentlich verbessern.
Qualitätsvolle Klanglandschaften
Die Wahrnehmung unserer gebauten Umwelt erfolgt multisensorisch. Neben visuellen Aspekten spielen bspw. auch akustische bei der Beurteilung der Qualität unseres Lebensraums eine zentrale Rolle. Dies meint sowohl den Lärmschutz als auch die bewusste Gestaltung von Klanglandschaften.
Regionale Kreisläufe im Bauwesen
Die Etablierung regionaler Materialkreisläufe im Bauwesen leistet sowohl einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung des Netto-Null-Ziels der Schweiz als auch zur regionalwirtschaftlichen Wertschöpfung und Entwicklung. Zugleich fördert sie die Wertschätzung der beteiligten Akteur:innen und trägt zur Stärkung der regionalen Baukultur bei.