In der Übersicht
Insbesondere die Berücksichtigung unterschiedlicher Lebensrealitäten und Bedürfnisse verschiedener Anspruchsgruppen stellt weiterhin eine zentrale Herausforderung dar. Partizipation gilt dabei als wesentlicher Ansatz, um vielfältige Bedürfnisse sichtbar zu machen. Sie umfasst sowohl formelle Beteiligungsinstrumente als auch informelle, alltagsnahe Formen der Beteiligung. Im Projekt wollen wir eine intersektionale Perspektive mit verschiedenen Differenzkategorien wie Geschlecht, Alter, Herkunft, Behinderung oder sozioökonomischer Status einnehmen und stellen uns die Frage, wie verschiedene Anspruchsgruppen im Partizipationsprozess eingebunden werden.
Die beschriebene Ausgangslage bildet die Basis für das Projekt «Gemeinsam Raum gestalten». In einem ersten Schritt werden Fallbeispiele umgesetzter Um- und Neugestaltungen öffentlicher Räume evaluiert. Dabei werden insbesondere die verwaltungsinterne Zusammenarbeit sowie die Ausgestaltung und Wirkung von Partizipationsprozessen untersucht. Die Perspektive der verschiedenen Anspruchsgruppen nimmt dabei eine zentrale Rolle ein, indem untersucht wird, wie verschiedene Anspruchsgruppen einbezogen wurden und wie sie den Raum nun erleben.
In einem weiteren Schritt wird der Frage nachgegangen, in welchem Verhältnis alltags- und bedürfnisorientierte Ansätze zu übergeordneten Zielen wie sozialer Inklusion, demokratischer Teilhabe und wahrgenommener Lebensqualität stehen und welche Schlussfolgerungen sich daraus für die Planungspraxis ableiten lassen. Aufbauend auf den Erkenntnissen soll ein Evaluationswegweiser entwickelt werden, der Gemeinden unterstützt, ihre Raumentwicklungs- und Partizipationsprozesse zu analysieren, zu bewerten und weiterzuentwickeln. Ziel ist es, einen übertragbaren Ansatz zu schaffen, der inklusive Partizipationsverfahren stärkt und langfristig zur Gestaltung qualitativ hochwertiger, für alle zugänglicher öffentlicher Räume beiträgt.