Über mehrere Social-Media-Kampagnen wurden verschiedene, wissenschaftlich fundierte Botschaften als Nudges ausgespielt. Nudging bedeutet, Menschen ohne Druck oder Vorschriften durch kleine Impulse zu nachhaltigem Verhalten zu motivieren. Dies erfolgt beispielweise durch Nudges, die auf soziale Normen hinweisen, wie «Immer mehr Outdoorfans fahren mit dem Zug», Informations-Nudges, die mit «Auch gut fürs Bündner Business» auf die wirtschaftlichen Vorteile einer Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln aufmerksam machen oder emotionale Kampagnen, die den persönlichen Gewinn betonen, wie die gewonnene «Me Time» oder «Freiheit». Die Ansprache richtete sich gezielt an Zielgruppen, die ihr Mobilitätsverhalten realistisch anpassen können, insbesondere multimodal Reisende und urban lebende DINKs (Double Income No Kids).
Die Wirksamkeit der Nudges wurde mittels wissenschaftlicher Experimente überprüft. Die Ergebnisse zeigen: Besonders wirkungsvoll sind einfache, emotional ansprechende Botschaften und solche, die Zugehörigkeit und soziale Orientierung vermitteln. Auch hedonistische Argumente wie Komfort oder gewonnene Reisezeit steigerten die Bereitschaft zur Nutzung des öffentlichen Verkehrs. Komplexe Inhalte und moralische Appelle erzielten hingegen kaum Wirkung. Entscheidend sind somit Einfachheit, klare Vorteile und eine zielgruppenspezifische Gestaltung der Kommunikation.
Das Projekt zählt zu den ersten evidenzbasierten Untersuchungen zum Einsatz von Nudging im Kontext touristischer Mobilität.
Die Erkenntnisse wurden in einem Praxisleitfaden zusammengefasst, der Destinationen Schritt für Schritt zeigt, wie wirkungsvolle Kommunikationskampagnen entwickelt, getestet und optimiert werden können. Der Praxisleitfaden steht «hier» zum Download zu Verfügung.