Das Kompetenzzentrum Gebäudehülle und Ingenieurbau entwickelt zusammen mit einem Industriepartner ein vorgefertigtes und kreislauffähiges HBV-Deckenelement. Dabei werden das gesamte Deckensystem sowie einzelne Details entlang der Prozessschritte bearbeitet: konstruktiver Entwurf, theoretische Bewertung der gefundenen Lösung, experimentelle Validierung, Versuchsauswertung und – falls erforderlich – Optimierungen. Es wird eine Holz-Beton-Verbunddecke (HBV) mit Betonfertigteilen (BFT) entwickelt, deren Schubverbund und Scheibenbildung durch einen schraubbaren mechanischen Verbund erfolgt, was neben der zerstörungsfreien Trennung zu schnellerer Montage, geringerer Baufeuchte und Deckenstärke sowie den Verzicht auf Spriessungen führt. Im Sinne der Kreislaufwirtschaft können die Einzelteile auseinandergenommen und einer weiteren Verwendung zugeführt werden.
Grundlage des Schubverbunds im Holz sind Gewindestangen die mit der GSA-Technologie schräg zur Faserrichtung des Holzes eingeklebt und dann mit dem BFT verschraubt werden. Versuche zur Schubtragfähigkeit verifizieren die erforderliche Steifigkeit und Tragfähigkeit des Verbunds. HBV-Decken werden massgeblich durch das Langzeitverhalten der verwendeten Baustoffe und des Verbunds beeinflusst. Das Kriechverhalten der Schubverbundmittel wird durch Langzeitversuche bestimmt. Die Auflagerung der HBV-Decke erfolgt rein über das BFT und die hierfür neu zu entwickelnden Lösungen und deren Tragwiderstand werden durch Bauteilversuche verifiziert. Die Modellbildung für die Scheibenwirkung der Decke erfolgt mit dem Stringer-Tafel-Modell und wird durch einen grossmassstäblichen Bauteilversuch (6x6m) bestehend aus drei Einzelelementen verifiziert. Das Deckensystem wird für den vertikalen Lastabtrag in zwei Vier-Punkte-Biegeversuchen mit 8 m Spannweite in einem Kurzzeit- und einem Langzeitversuch experimentell überprüft.