Biografie
Angelika Juppien ist Architektin. Sie arbeitet an der Schnittstelle von Architektur, Städtebau und gesellschaftlicher Transformation. Ihre Lehr- und Forschungstätigkeit am Institut für Architektur der Hochschule Luzern und am Kompetenzzentrum für Typologie und Planung in Architektur (CCTP) gilt den räumlichen Praktiken des Alltags – dem Wechselspiel von Gebrauch, Aneignung und Aushandlung im urbanen Gefüge.
Im Zentrum ihres Interesses steht das Wohnen als kulturelle und räumliche Praxis: Wie formen sich Nachbarschaften, Quartiere und Stadtlandschaften, und wie spiegeln sich darin soziale Dynamiken und Transformationsprozesse? Architektur versteht sie dabei nicht als Objektkunst, sondern als Medium des Gemeinsamen, als ästhetische und gesellschaftliche Praxis, die alltägliche Räume ordnet und verändert.
Ihre Forschung zu Zwischenräumen und Alltagsorten untersucht jene Zonen, in denen das Alltägliche und das Gestaltete ineinandergreifen. In Publikationen wie Atlas des Dazwischenwohnens und Vokabular des Zwischenraums, beide mit dem DAM Architectural Book Award ausgezeichnet, entfaltet sich dieses Denken in Typologien, Atmosphären und Formen des Übergangs.
Vor ihrer Professur arbeitete sie in renommierten Architekturbüros, darunter Behnisch & Partner in Bonn sowie von Gerkan, Marg und Partner in Aachen, Leipzig und Hamburg, wo sie an grossmassstäblichen Transformationsprojekten mitwirkte. 2001 bis 2021 war sie als freischaffende Architektin in Luzern tätig. Seit 2021 ist sie Gründungsmitglied des Kollektivorort, einem Zusammenschluss, der an urbanen Transformationsprozessen im konkreten Stadtraum arbeitet.
Angelika Juppien studierte Architektur an der RWTH Aachen University (Dipl.-Ing.) und absolvierte einen Studienaufenthalt an der University of Portsmouth in England.
Neben Praxis und Lehre engagiert sie sich in genossenschaftlichen und zivilgesellschaftlichen Initiativen – etwa beim Wohnwerk Luzern und im Verein Zukunft Spitalquartier. Ihr Engagement steht für ein Verständnis von Architektur als Teil einer Kultur des Gemeinschaffens und der geteilten Verantwortung für den Raum.