Format: 16mm, s/w und/oder Farbe
Länge: max. 20 Minuten
Kamera: Arriflex 16s, Bolex H16 Rex 5
Ton: Mono, aufgenommen auf 1/4"-Band mit NAGRA
Während die neue radikale Rechte in Italien an Macht gewinnt, bietet uns Antonio Gramscis Theorie der kulturellen Hegemonie eine mögliche Erklärung.
Zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg hat eine postfaschistische Partei in Italien politische Handlungs- und Entscheidungsmacht. Um eine mögliche Erklärung dafür zu finden, wie sich konservative Narrative – die ständig durch gesellschaftliche, kulturelle und wirtschaftliche Ereignisse angetrieben werden – immer wieder reproduzieren, bietet Antonio Gramscis Theorie der kulturellen Hegemonie (1971) einen Weg zu verstehen, wie soziale Bewegungen entstehen und wie eine hegemoniale Klasse versucht, ihre Macht zu erhalten. Dies geschieht durch die Etablierung eines Common Sense, der die untere, subalterne Klasse glauben lässt, sie befinde sich in der bestmöglichen aller Welten. Gramscis Theorie der Fragmentierung erklärt, wie politische Narrative entstehen, wo sie zu finden sind und wie sie in einen Common Sense münden. Aber Gramsci bietet auch einen Ausweg, indem er erklärt, wie dieser Common Sense durch das Auftauchen neuer, organischer Intellektueller und die Schaffung neuer Formen des Wissens abgelöst werden kann. Rechtspopulistische Parteien bezeichnen sich selbst gerne als soziale Basisbewegungen von Aussenseitern, wie Giorgia Meloni der Fratelli d'Italia, die sich selbst als Underdog bezeichnet. Aber sehr oft werden sie von neoliberalen und grossunternehmerfreundlichen Parteien orchestriert und tun daher nichts anderes, als die gleichen konservativen Narrative zu wiederholen – Steuersenkungen, Abbau des Wohlfahrtsstaates, Privatisierungen.
«Finding a Common Sense» ist ein reflexiver, essayistischer Dokumentarfilm über Gramscis Theorie und den Aufstieg der neuen radikalen Rechten in Italien.