Data Design + Art verbindet Design, Kunst und Daten zu einem zukunftsorientierten Gestaltungsfeld. In diesem projektbasierten Bachelorstudium lernst du, Daten zu erforschen, zu hinterfragen und sichtbar zu machen – visuell, interaktiv, animiert oder im Raum.
Du entwickelst eigene Konzepte an der Schnittstelle von Information, Technologie, Kunst und Gesellschaft. Künstliche Intelligenz in Bild und Sprache gehört ebenfalls zum Studium: Du setzt sie gezielt ein und reflektierst kritisch ihre Möglichkeiten, Grenzen und gesellschaftlichen Auswirkungen.
Im Zentrum stehen die gestalterische Interpretation von Daten, das Entwickeln relevanter Fragestellungen und das Eröffnen neuer Sichtweisen auf komplexe Zusammenhänge.
Drei Perspektiven auf Daten
Das dreijährige Bachelor-Curriculum besteht – neben einem breiten Wahlmodulangebot aus Design, Film und Kunst – aus drei wiederkehrenden Basis-Modultypen, die den Blick auf Daten aus unterschiedlichen Perspektiven eröffnen:
Play – Gestaltungskompetenz + Konzeption: Du experimentierst mit vielfältigen Darstellungsformen von Daten. Im Fokus stehen visuelle Experimente, kreative Prozesse, konzeptionelles Denken und das spielerische Erkunden neuer Ideen. Du probierst aus, verwirfst, entwickelst weiter – und findest deinen eigenen gestalterischen Ausdruck.
Think – Datenkompetenz + Kritische Reflexion: Du recherchierst, analysierst und arbeitest mit realen Daten. Im Austausch mit Wissenschaftler:innen, Forscher:innen und Kulturschaffenden lernst du, relevante Fragestellungen zu entwickeln, Daten kritisch zu hinterfragen und sie fundiert visuell zu interpretieren.
Share – DataTelling + Visuelle Kommunikation: Du erzählst Datengeschichten in vielfältigen Formaten. Mit Techniken aus der Informationsgrafik, dem Datenjournalismus, oder räumlichen Installationen lernst du, Inhalte verständlich und wirkungsvoll zu kommunizieren – für unterschiedliche Zielgruppen und Kontexte.
Curriculum Data Design + Art
Core Modules
Play: Experimentieren + Inspirieren
Die Play-Module stehen für Spiel, Erforschung und Experiment. Sie bilden das Herzstück des Curriculums von Data Design + Art und bieten eine offene Spielwiese für visuelle Datenexperimente an. In den Play-Modulen experimentierst Du mit gestalterischen Techniken wie dem Motion Design (Data Motion), der generativen Gestaltung (Data Code) oder der dreidimensionalen Modellierung von Daten (Data Space). Dabei steht die menschliche Wahrnehmung von Information immer im Vordergrund. Ausgangspunkt eines Play-Projekts ist oft die Frage nach Daten, die fehlen, um ein möglichst ganzheitliches Abbild unserer Gesellschaft oder Umwelt zu vermitteln. Eine präzise Beobachtungsgabe und die kritische Reflexion spielen bei der Datenfindung und -darstellung eine ebenso wichtige Rolle wie die Anwendung von Sensoren und digitalen bis hin zu künstlich intelligenten Tools.
Think: Analysieren + Reflektieren
Während Deinem Studium hast Du drei Jahre Zeit, Dich in Themenfelder zu vertiefen, die Dich interessieren und Dich mit den entsprechenden Expert:innen auszutauschen. In den praxisnahen Think-Modulen übst Du einen präzisen und erkenntnisreichen Umgang mit Daten. Ziel ist die Vermittlung einer fundierten Datenkompetez (Data Literacy), die Dich befähigt, in der Diskussion um die Grundwerte unserer Gesellschaft und Umwelt wie Freiheit, Gleichberechtigung oder Klima mitzuwirken und komplexe Zusammenhänge zu verstehen. Ab dem ersten Modul übst Du das entsprechende sprachliche und infografische Fachvokabular ein, um Dich von Anfang an in Expert:innengesprächen verständlich ausdrücken zu können. Zusammen mit externen Data Coachs, zum Beispiel vom Statistischen Amt des Kantons Zürich, der Lustat oder dem BFS (Statistische Ämter), von MeteoSwiss (Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie) oder Demoscope (Marktforschung), recherchierst Du Daten und bereitest sie so auf, dass anhand von eigenen, diagrammatischen Darstellungen Fragestellung entwickelt werden können. In kleineren Gruppen, den Data Circles, werden die Grundlagen der verwendeten Daten – also ihre Erhebung, Kontexte, sowie ethische Fragen – geprüft, reflektiert und diskutiert.
Share: Kommunizieren + Handeln
Im Zentrum der Share-Module steht die Vermittlung und visuelle Kommunikation von Information mittels unterschiedlicher Darstellungs- und Erzählformaten. Ausgehend von einer meist eigenen Recherche suchst Du in den Share-Modulen nach einer visuell wirksamen Form, um Deine Erkenntnisse oder Handlungsziele verständlich zu vermitteln. Zum Beispiel als animierte Informationsgrafik (Data Visualization) oder als interaktive Datengeschichte (Data Telling). Dabei entwickelst Du ein Bewusstsein für unterschiedliche Nutzergruppen, abhängig davon, ob Du komplexe Inhalte für die breite Öffentlichkeit zugänglich machst, eine visuelle Datengrundlage für einen wissenschaftlichen Kontext aufbereitest oder mit politischen Daten Aktivismus betreiben willst. Im Verlaufe Deines Studiums hast Du mehrmals die Gelegenheit, Deine Vorschläge unterschiedlichen Fachexpert:innen zu präsentieren und manchmal auch zu publizieren. Data Design + Art greift hierfür auf ein breites Netzwerk von Kooperationspartner:innen aus den unterschiedlichsten Bereichen wie zum Beispiel der NZZ (Datenjournalismus), dem WSL (Wissenschaft) oder dem Theaterkollektiv Rimini Protokoll (Kulturwesen) zu.
In den allsemestrigen «Catch»–Modulen geht es um die kritische Aneignung und dem Hinterfragen von visuellem und textlichem Wissen. Die Auseinandersetzung mit der Lektüre von historischen, soziologischen oder geopolitischen Informationsgrafiken und wissenschaftlichen Texten bilden die Grundlage für das argumentative Reflektieren und Diskutieren. Dieses wird während den sogenannten Data Circles gemeinsam und wiederholt geübt. In diesem Modul erlernst Du weiter das systematische Recherchieren und Dokumentieren von Daten- und Literaturquellen, das Entwickeln präziser Fragestellungen sowie Techniken des faktenbasierten und wissenschaftlichen Schreibens.