Die Energiewende verändert nicht nur unsere Energieversorgung, sondern auch unsere Landschaften, Siedlungen und Infrastrukturen. Der Ausbau erneuerbarer Energien, neuer Speichertechnologien und leistungsfähiger Verteilnetze stellt die Gesellschaft vor zentrale Fragen: Wie können technische Anforderungen, räumliche Qualität und gesellschaftliche Akzeptanz zusammengeführt werden? Welche Rolle spielt die Baukultur bei der Gestaltung der Energieinfrastruktur von morgen?
Die gemeinsame Jahrestagung der Stiftung Baukultur Schweiz, der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz und der Hochschule Luzern – Technik & Architektur widmet sich diesen Fragen aus einer interdisziplinären Perspektive. Vertreter:innen aus Politik, Energiewirtschaft, Planung, Architektur, Landschaftsarchitektur, Forschung und Finanzwirtschaft diskutieren aktuelle Herausforderungen, zeigen nationale und internationale Beispiele auf und entwickeln gemeinsam Kriterien für eine qualitätsvolle Gestaltung der Energiewende. Im Zentrum stehen die Davoser Qualitätskriterien und die Frage, wie Energieinfrastrukturen als Teil unseres Lebensraums verstanden und gestaltet werden können.
Der erste Veranstaltungstag bietet Impulsreferate, Fallstudien und Diskussionen zu den gesellschaftlichen, räumlichen und gestalterischen Dimensionen der Energiewende. In vier thematischen Parallelsessions werden konkrete Fragestellungen vertieft und anhand von Praxisbeispielen diskutiert:
- Versorgung gestalten statt nur ausbauen – Energie, Raum und Suffizienz
- Adaptive Energieplanung – Erneuerbare Energien im Zeichen des Klimawandels
- Energieinfrastrukturen mit Qualität – Ästhetik zwischen Bestand und Ausbau
- Infrastruktur mit Mehrwert – Synergien durch multifunktionale Entwicklung
Die Ergebnisse dieser Sessions fliessen in ein gemeinsames Schlusspodium ein und bilden die Grundlage für die weiterführenden Gespräche am zweiten Veranstaltungstag.
Am zweiten Tag führt ein «Walking Think-Tank» zur Energiezentrale WWZ Unterfeld in Zug, die 2025 mit dem renommierten Swiss Arc Award ausgezeichnet wurde. Die Besichtigung dient als Ausgangspunkt für die anschliessenden Gespräche der Stiftung Baukultur Schweiz. Gemeinsam mit Vertreter:innen aus Politik, Gesellschaft, Energiewirtschaft und Planung werden die Erkenntnisse der Tagung diskutiert und zu einem Thesenpapier weiterentwickelt, das baukulturelle Leitlinien für den Ausbau der Energieinfrastruktur formulieren soll.
Die Veranstaltung richtet sich an Fachpersonen aus Politik und Verwaltung, der Energiebranche, der Bau- und Immobilienwirtschaft, der Planung, Architektur und Landschaftsarchitektur sowie an alle Interessierten, die sich mit den räumlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen der Energiewende auseinandersetzen möchten.