Als der Feudalherr seinen Untertanen einen unerfüllbaren Auftrag erteilt, schliesst die Dorfgemeinschaft einen Pakt mit dem Grünen Jäger. Die Tat gelingt, doch nun verweigern die Bauern den Lohn: ein ungetauftes Kind. Da sorgt schon bald eine Schwarze Spinne für Elend und Tod im Dorf …
Wie stark prägen Moral und Ethik unser Handeln? Sollen Dritte den Preis des eigenen Wohlstands bezahlen? Kann selbstlose Nächstenliebe in der Moderne noch als Leitbild dienen? Diesen Fragen stellte sich der Dichter Jeremias Gotthelf in seiner 1842 erschienenen Novelle «Die schwarze Spinne». Hundert Jahre später fasste der Komponist Willy Burkhard die Schweizer Sage über Schuld und Sühne als zweiaktige Oper, wobei er sowohl die wesentlichen Figuren und das Hauptgeschehen als auch deren Einbettung in eine retrospektive Rahmensituation beibehielt. Auf innovative Weise verband er gesprochenes Drama, ernste Oper und narrativen Tanz zu einer erzählerischen Einheit, erschwerte damit aber auch die Aufführungsmöglichkeiten.
Da die exemplarisch-abstrakte Handlung ebenso wie die Dominanz des Chores das Werk in die Nähe eines Oratoriums rücken, entschloss sich Burkhard zu einer zweiten Fassung, für die er die gesamte Rahmenhandlung dem ohnehin vorgesehenen Erzähler übertrug. Der formal strenge Aufbau der Komposition, der für jeden der beiden Akte sieben in sich geschlossene Bilder vorsieht und dabei unterschiedliche, aber klar gefasste Satzstrukturen ausbildet, blieb unverändert. Die Hochschule Luzern – Musik fokussiert insofern auf die bereits immanente Gestalt eines Oratoriums, als sie diese zweite Fassung von 1954 nicht in einer szenischen, sondern konzertanten Version präsentiert.
Besetzung:
Pfarrer/Priester Alexandre Beuchat
Junge Frau Serafina Giannoni
Blinde Ahne Laura Brecht
Lindauerin Judith Schmid
Ruech Tobias Hächler
Bauer Balduin Schneeberger
Bäuerin Aude Suter
Ritter/Stimme Konstantin Wolff
Erzähler Walter Sigi Arnold
HSLU Orchester, HSLU Chor
Musikalische Leitung Clemens Heil
Orchesterleitung Clemens Heil
Chorleitung Marco Amherd, Ulrike Grosch
Musik:
Willy Burkhard (1900-1955)
Libretto:
Robert Faesi und Georgette Boner
nach der gleichnamigen Erzählung von Jeremias Gotthelf
Kooperation der HSLU – Musik mit der Willy-Burkhard-Gesellschaft