Biografie
Rohit Jain ist promovierter Sozialanthropologe und künstlerischer Forscher mit Fokus auf Migration, Postkolonialismus, Globalisierung und Erinnerungspolitik. Er interessiert sich für die politische Ästhetik postkolonialer Räume und namentlich dafür, wie sich diese durch kollektive Interventionen kritisch, emanzipatorisch und transformativ gestalten lassen. In seinen Forschungen und Interventionen arbeitet er mit Gemeinschaften und Expert*innen aus verschiedenen Disziplinen zusammen, um neues Wissen zu genieren und dieses öffentlich und vielstimmig zu verhandeln.
Er hat in Bern Soziologie, Sozialanthropologie und Volkswirtschaft studiert und 2014 seine Dissertation in Sozialanthropologie an der Universität Zürich verteidigt. Die Ethnografie erschien 2018 unter dem Titel „Kosmopolitische Pioniere. Transnationale Subjektivierungsprozess bei ‚InderInnen der zweiten Generation“ zwischen Assimilation, Exotik und globaler Moderne“ bei transcript. Daneben hat Rohit Jain breit zu Fragen der postkolonialen Schweiz geforscht und publiziert, u.a. zu Rassismus und Humor, Racial Profiling, Schweizer Goldhandel, Urban Citizenship, vielstimmiger Erinnerungspolitik und kultureller Teilhabe. Er ist Mitherausgeber des Handbuch Neue Schweiz (diaphanes, 2021).
Rohit hat an künstlerischen Forschungsprojekten der ZHdK zum Schweizer Goldhandel und Urban Citizenship an der Shedhalle Zürich mitgewirkt und er ist Mitbegründer de transdisziplinären Kollektivs Berner Rassismusstammtisch und dem Schwar zenbach Kompl ex, einem künstlerisch-politischen Langzeitprojekt zu antirassistischer Erinnerungspolitik. Daraus entstandene Arbeiten, Interventionen und Prozesse wurden u.a. am Zürcher Theaterspektakel, In der Kaserne Basel, im Ausstellungsraum Klingenthal, in der Dampfzentrale Bern und im Kirchnermuseum Davos gezeigt.
Von 2016 bis 2022 war er Co-Geschäftsführer des postmigrantischen Think & Act Tank Institut Neue Schweiz INES und vom 2019 bis 2022 Leiter des Förderprogramms «Neues Wir» bei der Eidgenössischen Migrationskommission EKM. Von 2022 bis 2025 kuratierte er das Public Anthro Lab an der Universität Bern. Seit Juli 2025 leitet Rohit das SNF-Projekt "Performing the Archive. Erinnerung und Transformation in der postmigrantischen und postkolonialen Schweiz" am Departement Design Film und Kunst der Hochschule Luzern.