In der Übersicht
In den letzten gut 15 Jahren hat in der Schweiz die Debatte darüber zugenommen, wie Migration, Rassismus und Kolonialismus die Schweiz geprägt haben und weiterhin prägen. Postkoloniale und postmigrantische Initiativen, Projekte und Akteur*innen sammeln verdrängte Erinnerungen, entwickeln neue Geschichtsbilder und fordern die Aufarbeitung von historischem Unrecht. Gleichzeitig stossen diese erinnerungspolitische Debatten in der Öffentlichkeit, bei Behörden, Institutionen und der Mehrheitsgesellschaft je nach dem auf Unterstützung, auf Skepsis oder gar auf direkten Widerstand.
In Zusammenarbeit mit Akteur*innen aus Forschung, Kunst, Aktivismus, Recht sowie
Zeitzeug*innen werden im vorliegenden Projekt partizipative und performative Prozesse und Formate erforscht und entwickelt, um verdrängte Erinnerungen und Traumata zu aktivieren, öffentlich auszudrücken sowie gesellschaftspolitisch wirksam zu machen.
Als Rahmen dient die Umsetzung einer mehrtägigen öffentlichen Versammlung. In einem kollaborativen Prozess werden dazu anhand von Erinnerungswerkstätten, Hearings, künstlerischen Interventionen und Workshops verschiedene erinnerungspolitische „Fälle“ der postmigrantischen und postkolonialen Schweiz aufgearbeitet sowie Strategien der reparativen Gerechtigkeit entwickelt.
Das Projekt entwickelt Grundlagen und konkrete Vorschläge zum Umgang mit historischer und struktureller Gewalt im Kontext von Migration, Rassismus und Kolonialismus und leistet damit einen Beitrag für die Zukunft einer vielstimmigen demokratischen Gesellschaft.