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  5. Stress messen, um Stress abzubauen
11. Oktober 2017

Stress messen, um Stress abzubauen

In manchen Berufen ist der Stresslevel sehr hoch. Im Projekt «Trans.Safe» zeigen Ingenieure, wie Technik helfen kann, Stress abzubauen.

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Im Simulator werden Sensoren getestet, die das Stressniveau von Lastwagenfahrern erfassen.

Regen, dichter Verkehr, Zeitdruck und eine Umleitung – das verursacht bei Lastwagenfahrern Stress. Die Herzfrequenz verändert sich, die Hautleitfähigkeit wird erhöht. «Diese körperlichen Signale können wir zwar messen», sagt Martin Biallas von der Hochschule Luzern, «aber nicht jeder nimmt den Stress wahr.» Wer jedoch nicht spürt, dass er gestresst ist, unternimmt auch nichts dagegen. Auf die Dauer staut sich Stress im Körper an und beeinträchtigt die Leistung. Gerade bei Lastwagenfahrern kann dies fatal sein. Im Projekt «Trans.Safe» untersuchte Biallas mit einem internationalen Team, welchen Beitrag technische Hilfsmittel leisten können, um Lastwagenfahrern und Mitarbeitenden einer Verkehrsleitzentrale beim Stressabbau zu helfen. In beiden Berufen ist Erfahrung ein grosser Vorteil, und so soll das Projekt dazu beitragen, dass erfahrene Mitarbeiter nicht stressbedingt vorzeitig aus dem Beruf ausscheiden. 

Einfach zugängliche Daten und Tipps

In einem Simulator experimentierten die Forschenden mit Sensoren, die physiologische und Umweltdaten erfassen. Sie sind an ein Smartphone gekoppelt. So können die Instrumente «quasi eine Zweitmeinung zum Stressniveau abgeben, das der Fahrer wahrnimmt», sagt Martin Biallas. Diese Daten müssen für die Mitarbeitenden zugänglich sein, und zwar derart, dass sie nicht von der Arbeit ablenken, etwa durch eine im Armaturenbrett integrierte Anzeige. Diese liefert auch gleich auf die Situation zugeschnittene Empfehlungen wie Assistenzsysteme im Lastwagen zuzuschalten oder in Pausen gezielte Übungen durchzuführen. Bei Mitarbeitenden einer Leitstelle könnte das System auch darauf aufmerksam machen, dass es Zeit ist, Unterstützung anzufordern – ein Moment, den man leicht verpasst, wenn die ganze Konzentration darauf ausgerichtet ist, Lösungen für eine Verkehrsstörung zu finden. Denn dann «geht es zu wie in einem Bienenstock», beschreibt ein Mitarbeiter. 

Stress und Datenschutz

«Technisch ist es nicht kompliziert, Stress-Symptome zu messen. Jeder Hobbysportler weiss, was sich mit Sensoren alles erfassen lässt. Die Zuverlässigkeit der Ergebnisse zu steigern, war allerdings eine Herausforderung», sagt Martin Biallas. Die Kombination mit praktischen Tipps zum Stressabbau liess sich relativ einfach einrichten. Das Trans. Safe-Team befasste sich auch mit Fragen des Datenschutzes. Es könnte sein, dass ein Arbeitgeber die Daten zur Überwachung einsetzt. Martin Biallas hält deshalb fest: «Wir haben in unserem Prototypen sichergestellt, dass die Informationen von den Mitarbeitenden jederzeit gelöscht und nur von ihnen selber eingesehen werden können. Schliesslich soll Trans.Safe den Mitarbeitenden eine Hilfestellung bieten und nicht zu ihrer Überwachung dienen.»

Autorin: Senta van de Weetering 
Bild: Trans.Safe

Kategorie: Das Magazin

Themen: Technik und Engineering, Gesundheit, Prävention, Sicherheit

Schwerpunkt: Dranbleiben

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Kontakt

Dr. Martin Biallas

Projektleiter

+41 41 349 35 30

E-Mail anzeigen

Technik im Alltag

Das Projekt «Trans.Safe» ist Teil des europäischen «Ambient Assisted Living Programme», das technische Hilfsmittel zur Unterstützung von Menschen entwickelt, die selber wenig technikaffin sind. An der Hochschule Luzern forscht das iHomeLab an verschiedenen Themen dazu. An «Trans.Safe» beteiligt waren neben den Industriepartnern MAN Truck & Bus AG und der Verkehrsleitstelle Nürnberg die Partner Telecom Italia S.p.A., Scuola Superiore Sant’Anna (IT), Design LED Products Ltd (UK), Youse GmbH (D) und konplan systemhaus ag (CH).

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