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  5. Jubilare der Hochschule Luzern: Von Anfang an dabei
19. Juni 2017

Jubilare der Hochschule Luzern: Von Anfang an dabei

Was hat sich in den letzten 20 Jahren an der Hochschule Luzern verändert? Was waren die grössten Highlights und Herausforderungen? Das verraten zehn Mitarbeitende, die 2017 ihr 20-jähriges «Firmenjubiläum» begehen.

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Interviews: Simone Busch
Illustrationen: Kornel Stadler

Kategorie: Das Magazin
Hochschule Luzern, Technik & Architektur, Wirtschaft, Informatik, Soziale Arbeit, Design Film Kunst, Musik
Themen: Bildung, Studium, Struktur, Geschichte

Das Jubiläumsmagazin

Pius Portmann (Illustration: Kornel Stadler)

Pius Portmann

Dozent für Werkstoffe,
Departement Technik & Architektur

Ein besonderes Highlight? Über die ganze Zeit gesehen ist es der positive Spirit in der Abteilung Maschinentechnik. Aus fachlicher Sicht war es dieser Fall: Als ich einen Schaden an einem Treppengeländer an der Hochschule untersuchen sollte, stiess ich auf das physikalische Phänomen der Wasserstoffversprödung. Das kannte ich bis dahin nur aus der Theorie – so kam ich zufällig zu einem tollen Fallbeispiel für den Unterricht. Für die zuständige Metallbaufirma war es allerdings ein kostspieliges Lehrstück – zum Glück aber ohne Unfallfolgen.

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Ein neues Studienfach? Das braucht es aus meiner Sicht nicht. Junge Leute benötigen eine gute Basis, auf der sie in einer sich rasch wandelnden Gesellschaft aufbauen können. Die grundlegenden Kompetenzen müssen natürlich an neue Technologien und aktuelle Beispiele angepasst werden. Trends nachzujagen erachte ich aber als kritisch, denn diese kommen und gehen. Die Grundlagen hingegen bleiben bestehen, auch wenn sie teils weniger spektakulär sind als aktuelle Schlagworte.

Ronald Germann (Illustration: Kornel Stadler)

Ronald Germann

Dozent für Strategisches Management und Marketing,
Departement Wirtschaft

Ein neues Studienfach? Ich glaube, weniger wäre oft mehr. Wichtiger erscheint mir, dass junge Menschen selbstständig und kritisch denken lernen und nicht einfach alles glauben, nur weil es ein selbsternannter Experte, Prophet oder Populist erzählt oder twittert. Denn die Fähigkeit, Informationen auf deren Wahrheitsgehalt und Relevanz zu prüfen, war wohl kaum je so matchentscheidend wie heute. Auch wir Lehrenden selbst könnten den Studierenden manchmal noch etwas mutigere Vorbilder sein.

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Die grösste Veränderung? Die Hochschule ist deutlich akademischer und internationaler geworden. Insbesondere im Bereich der Forschung wurde massiv ausgebaut und investiert. Der Unterschied zwischen Fachhochschulen und Universitäten hat sich damit verringert, was deren Positionierung verwässert hat. Mit der zunehmenden Grösse sind wir auch schwerfälliger, administrierter und langsamer geworden. Agilität, Unkompliziertheit und ausgeprägte Praxisnähe sind dabei leider etwas auf der Strecke geblieben.

Rita Doerig (Illustration: Kornel Stadler)

Rita Dörig

Administrative Studienbetreuerin Weiterbildung,
Departement Informatik

Die grösste Veränderung? Das war natürlich die Gründung des Departementes Informatik und somit der Umzug nach Rotkreuz im letzten Jahr. Von lieb gewordenen Arbeitskollegen, der gewohnten Umgebung aber auch Routine musste ich Abschied nehmen. Nach anfänglichen Ungewissheiten und einer Eingewöhnungszeit ist jetzt auch das neue Arbeitsumfeld sehr spannend, herausfordernd und abwechslungsreich.

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Ein neues Studienfach? Sinnvoll wäre ein Kurs zum Thema «Malware – wie wehre ich mich gegen digitale Angriffe, wo und wie werde ich überall überwacht, was kann ich dagegen tun?»

Wünsche für die Zukunft? Ich wünsche der Hochschule Luzern weniger umfangreiche Sparübungen.

Menno Brouwer (Illustration: Kornel Stadler)

Menno Brouwer

Dozent für Volkswirtschaftslehre und Wirtschaftsethik,
Departement Wirtschaft

Ein besonderes Highlight? Als Highlight empfinde ich die im Unterricht schon fast magisch anmutenden Momente, in denen man spürt, dass einige Studierende den Stoff nicht nur bloss aufnehmen, sondern begreifen und verinnerlichen. Es wird dann ruhig im Raum, die Aufmerksamkeit steigt, die Augen staunen. Es entsteht Wahrheit. Dies ist vor allem im Ethikunterricht möglich, wenn aus der allgemeinen Theorie plötzlich individuelle Lebensweisheit entsteht.

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Ein neues Studienfach? Das Fach «Wirtschaftsphilosophie », in dem Klassiker von Adam Smith oder Karl Marx als auch aktuelle Fragen zu Themen wie Gemeinwohl, Bruttoinlandsprodukt oder Happiness-Faktor behandelt werden. Dort könnten sich Studierende enorm viel für ihre Arbeit als zukünftige Meinungs- und Entscheidungsträger herausholen.

Wünsche für die Zukunft? Ich wünsche mir, weiterhin das Schwergewicht auf das Lehren legen zu können. Wie in vielen anderen Berufen nimmt auch an unserer Hochschule der Aufwand für Tätigkeiten, die nicht das «Kerngeschäft» betreffen und eher formeller Art sind, stark zu.

Yang Xinglai (Illustration: Kornel Stadler)

Xinglai Yang

Dozent für Vorkurs und Bachelor,
Mitglied International Office,
Departement Design & Kunst

Ein besonderes Highlight? Ich habe die schöne Aufgabe, unseren Studierenden die Kunst und Kultur meines Heimatlandes China näherzubringen. 2008 konnte ich den internationalen Austausch mit aufbauen und organisiere seitdem Ausstellungs- und Vorlesungsprogramme mit Kunsthochschulen in China und unserer Institution.

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Ein neues Studienfach? Ich würde ein Modul «Chinesische Kunst: Kalligrafie und Malerei» als Pflichtstoff im Bachelor- und Master-Studium integrieren. Denn ich denke, dass die Auseinandersetzung zwischen östlicher und westlicher Kunst wichtige Impulse für Kreative geben kann.

Suma Ivona (Illustration: Kornel Stadler)

Ivona Suma

Korrepetitorin,
Departement Musik

Die grösste Veränderung? Ich habe noch als Studentin am damaligen Konservatorium Luzern angefangen am Piano zu korrepetieren. Aus dem Konservatorium wurde dann eine Musikhochschule. Unsere Arbeit wurde klarer geregelt und definiert. Das war eine sehr wichtige und positive Veränderung nach den manchmal etwas improvisierten «Konsi»-Zeiten.

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Wünsche für die Zukunft? Das Departement Musik bekommt bald ein eigenes Gebäude. Ich wünsche allen Kolleginnen und Kollegen sowie den Studierenden, dass sie viel Freude an dem neuen Arbeitsort haben und dass ihre Arbeitsbedingungen angenehm und inspirierend sein werden.

Ein neues Studienfach? Ich erlebe oft Studierende, die sich über «zu wenig Zeit zum Üben» beklagen. Ich glaube aber, dass es oft eher an der Selbstorganisation liegt. Darum fände ich ein Modul «Zeitmanagement im Studium» sinnvoll.

Martin Hobi (Illustration: Kornel Stadler)

Martin Hobi

Dozent für Kirchenmusik,
Departement Musik

Ein besonderes Highlight? Die Einführung der «MittWortsMusik» in der Jesuitenkirche. Ich habe diesen Anlass jahrelang organisiert, das war mit enormem Aufwand, aber auch viel Freude verbunden. Unser Ziel war, Geistliches und Weltliches auch inhaltlich schlüssig zu verknüpfen, etwa ein mittelalterliches Adventslied mit einem Song von Bob Dylan. Das war tatsächlich «Hohe Schule» – Hochschule eben. Der Erfolg war uns weiterer Ansporn.

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Wünsche für die Zukunft? Die Kirche ist die bedeutendste Arbeitgeberin, die Musiker nicht nur als Pädagoginnen und Pädagogen anstellt, sondern in ihrer eigentlichen Tätigkeit als Musizierende, zum Beispiel an der Orgel. Gefragt sind hierfür Musikerinnen und Musiker, die professionell in einer grossen Stilvielfalt auf den verschiedenen Altersstufen agieren können. Daher wünsche ich der Hochschule, dass sie weiterhin junge Menschen ausbilden kann, die diesen hohen Ansprüchen gerecht werden.

Bernard Wandeler (Illustration: Kornel Stadler)

Bernard Wandeler

Dozent und Projektleiter,
Departement Soziale Arbeit

Die grösste Veränderung? Die konkrete Umsetzung des vierfachen Leistungsauftrags war einerseits hoch spannend, aber auch sehr anspruchsvoll. Neben den Lehrveranstaltungen zu forschen, die Finanzierung sicherzustellen, an passende Weiterbildungsangebote zu denken und gleichzeitig im In- und Ausland aktiv zu sein, war schon öfters sehr viel!

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Ein besonderes Highlight? Die Zusammenarbeit mit unseren Partnerschulen in Europa und der Blick über den Gartenzaun waren immer sehr stimulierend. Studienreisen in die Westschweiz, nach Holland oder Albanien bleiben mir in bester Erinnerung. Selten waren unsere Studierenden so engagiert in den Diskussionen und so gut vorbereitet wie auf diesen Reisen.

Ein neues Studienfach? Wir müssten unseren Studierenden mehr Freiraum zum Denken und zum Entdecken bereitstellen. Unsere Rahmenbedingungen sind manchmal zu rigid, vieles wird vorgekaut.

Ernst Luethi (Illustration: Kornel Stadler)

Ernst Lüthi

Dozent für Produktentwicklung,
Departement Technik & Architektur

Ein besonderes Highlight? Meine grosse Freude während all der Jahre besteht darin, dass ich vielen motivierten Studierenden Erfahrungen und Wissen vermitteln konnte. Das, was für unsere Nachkommen wichtig ist, sind nicht die Maschinen und Häuser, die wir bauen, sondern das, was wir jungen Menschen auf ihren Lebensweg mitgeben.

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Die grösste Veränderung? Durch das enorme Wachstum und deutlich mehr Studierende sowie Mitarbeitende hat sich sehr viel verändert – so herrscht auf dem Campus in Horw zunehmend Platznot.

Wünsche für die Zukunft? In Zusammenhang mit den vielen Veränderungen wünsche ich mir generell ein stärkeres Kostenbewusstsein an der Hochschule.

Kurt Gschwind (Illustration: Kornel Stadler)

Kurt Gschwind

Dozent und Projektleiter,
Departement Soziale Arbeit

Die grösste Veränderung? Der stetige Wandel! Ich habe sicher zehnmal das Büro gewechselt. Damit verbunden waren jeweils andere und neue Aufgaben bzw. Rollen.

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Ein besonderes Highlight? Ich finde es grossartig, dass ich die Gelegenheit hatte, den Aufbau der Schweizer Fachhochschulen nicht nur mitzuerleben, sondern diesen auch mitzugestalten. Ob als Leiter für Weiterbildungen oder als Projektverantwortlicher in Forschung und Lehre.

Wünsche für die Zukunft? Ich wünsche der Hochschule Luzern, dass sie den Kontakt zu Organisationen und Unternehmen auch in den nächsten Jahren weiter ausbaut und weiterhin eine starke Partnerin für die Praxis bleibt.

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