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  5. Umzugsblicke: Schöne Aussichten
20. Juni 2016

Umzugsblicke: Schöne Aussichten

Die Hochschule Luzern konzentriert ihre Standorte. Das bedeutet Umzüge und Veränderungen für Studierende und Mitarbeitende. Aber es löst auch ausserhalb der Hochschule viel aus. Sechs Beteiligte beleuchten den Aufbruch aus ihrer Sicht.

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Kategorie: Das Magazin

Themen: Architektur, Gebäude und Bau

Titelillustration Magazin Hochschule Luzern Juni 2016, Ausgabe 22

Schwerpunkt Aufbruch

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Als Erstes: entrümpeln

Gute Vorbereitung ist die halbe Miete. Das weiss auch Urs Schmidiger, Leiter Gebäudedienste der Hochschule Luzern und Verantwortlicher für die anstehenden Umzüge der Departemente Informatik sowie Design & Kunst diesen Sommer.

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Ihm zur Seite stehen Mitarbeitende der beteiligten internen Abteilungen und die Umzugsunternehmen. Gemeinsam planen sie die Details: von der Beschriftung der Zügelboxen bis zur Installation der IT-Geräte am neuen Ort. Schmidiger betont, dass auch die Mitarbeitenden viel dazu beitragen können, damit die Umzüge reibungslos über die Bühne gehen – beispielsweise indem sie ihre Boxen nach Vorgabe beschriften und befüllen. «Dafür müssen wir wiederum frühzeitig informieren und die Regeln bekanntgeben», sagt er. Sein Ziel ist klar: «Wir möchten die Arbeitsunterbrüche für die Mitarbeitenden so kurz wie möglich halten.» Deshalb wird jeweils Donnerstag und/oder Freitag gezügelt. «So könnten wir bei einer Verzögerung auch auf das Wochenende ausweichen.» Für den Umzug der rund 80 Arbeitsplätze des Departements Informatik nach Rotkreuz ist ein Tag vorgesehen. Für den des Departements Design & Kunst ungefähr zehn. «Von 5 Standorten werden 96 Arbeitsplätze, 64 Ateliers, 25 Werkstätten, 14 Sitzungs- und Seminarräume, 1 Bibliothek und unzählige Stellwände verpackt, eingeladen und nach Emmen- brücke transportiert», sagt Schmidiger. Ins- gesamt sind es fast 4’000 Möbelstücke und 600 Laufmeter Bücher, dazu x Umzugsboxen mit den Unterlagen und dem Material der Mitarbeitenden. «Damit nur das mitgenommen wird, was am neuen Standort auch gebraucht wird, gab es für beide Departemente Entsorgungstage. Dafür hatten wir grosse Mulden bestellt», sagt Schmidiger und lacht. So unterscheiden sich zumindest in dieser Hinsicht die zwei Grossumzüge der Hochschule Luzern gar nicht so sehr von einem privaten Umzug. Auch hier heisst es als Erstes: entrümpeln!

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Ein Gebäude, das klingt

Schon bald beginnen in Luzern Süd die Bauarbeiten für den Neubau des Departements Musik. «Das wird nicht irgendein Gebäude, sondern ein wahres Kraftwerk für die Musik», freut sich Architekt Fabian Kaufmann. 

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Spürbar werde dies nicht nur in den vielen Probe- und Unterrichtsräumen, sondern auch in den Foyers jedes Stockwerks, die mit vier «Klangtürmen» eingefasst sind. Sie sollen den «Sound» im Gebäude durch das Haus tragen und Studierende sowie Mitarbeitende auf dem Weg in den Übungsraum oder zum Arbeitsplatz begleiten. Bis der Entwurf eine fassbare Gestalt annimmt, dauert es aber noch: «Wie gut die Denkarbeit im Vorfeld wirklich war und wo es noch Anpassungen braucht, zeigt sich erst in der Bauphase», erklärt Kaufmann, der seit über zwei Jahren am Projekt arbeitet. «Besonders herausfordernd war, dass dem Bauplatz und dem Budget relativ enge Grenzen gesetzt sind.» Hinzu kommt, dass ein öffentliches Musik- und Hochschulgebäude besonderen Anforderungen gerecht werden muss. «Ein Pianist hat andere Bedürfnisse als eine Forscherin, ein administrativer Mitarbeiter oder eine Konzertbesucherin», so Kaufmann. Grösster Knackpunkt: die Bau- und Raumakustik. Sie muss «top» sein. Gleichzeitig dürfen sich Geräusche nicht über Wände und Decken ausbreiten. «Dafür braucht es geeignete Materialien und eine optimale Schalldämmung. Wir lösen das beispielsweise mit speziellen Akustikziegeln und einem Haus-im-Haus-Konzept.» Trotzdem solle das Gebäudeinnere nicht komplett schalldicht sein, betont Kaufmann. «Man darf merken, dass darin musiziert wird.» Auf einen Moment freut sich Kaufmann besonders: «Wenn ich das erste Mal im grossen Konzertsaal sitze, dem eigentlichen Herzstück des Neubaus, und erlebe, wie die Musik, das Publikum und das Gebäude zusammen klingen.»

www.hslu.ch/neubau-musik

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Standort mit Ausstrahlung

Nächstes Jahr wird das Institut für Finanzdienstleistungen Zug IFZ der Hochschule Luzern 20 Jahre alt. Es ist ein Jubiläum unter besonderen Vorzeichen: Das Institut, das seit seinen Anfängen quasi als «Aussenposten» des Departements Wirtschaft vis-à-vis dem Bahnhof Zug zu Hause ist, wird 2019 nach Rotkreuz in einen Neubau ziehen, gemeinsam mit dem Departement Informatik. Die beiden Institutsleiter Christoph Lengwiler und Linard Nadig machen keinen Hehl daraus, dass sie ursprünglich lieber am angestammten Ort geblieben wären.

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«Das IFZ ist in der Stadt Zug etabliert», sagt Nadig. «Wir fragen uns, wie sich der Standortwechsel auf die Nachfrage nach unseren Aus- und Weiterbildungen auswirken wird.» Doch die beiden wollen vor allem nach vorne schauen. «Unsere Inhalte müssen gesamtschweizerisch so attraktiv und die Reputation des IFZ so gut sein, dass es zweitrangig ist, wo wir sie anbieten», so Lengwiler. Und schliesslich liegt Rotkreuz nur wenige Bahn- oder Autominuten von Zug entfernt, direkt auf der Achse Luzern – Zürich, und ist auch aus dem Aargau rasch zu erreichen. Die beiden Institutsleiter haben sich vorgenommen, in den nächsten drei Jahren noch einmal richtig Schwung zu holen, um dann den Standortwechsel gut meistern zu können. Das IFZ will für das Departement Wirtschaft ein starkes Standbein im Kanton Zug sein und das Angebot sogar noch ausbauen. Für mindestens eines der Themenfelder, die es bereits seit einigen die Digitalisierung im Bank- und Finanzwesen. «Wir sehen hier diverse Anknüpfungspunkte mit den Kolleginnen und Kollegen des Departements Informatik», so Christoph Lengwiler. «Arbeiten wir unter einem Dach, steigen die Chancen für gemeinsame Projekte – in der Forschung sowie in der Aus- und Weiterbildung.» Die Institutsleiter setzen zudem auf die Attraktivität des neuen Gebäudes, das direkt neben dem Bahnhof Rotkreuz entsteht. Linard Nadig: «Mit einem modernen Hochschulgebäude an dieser Lage erhoffen wir uns mehr Sichtbarkeit und eine stärkere Ausstrahlung in die benachbarten Kantone.»

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Von der «Bronx» zum Kreativviertel

Um zu erklären, was der Umzug des Departements Design & Kunst für Emmen bedeutet, muss Gemeindepräsident Rolf Born ein wenig zurückschauen. 2004 haben 40 Personen aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Vereinen in einem Seminar der Hochschule St. Gallen darüber nachgedacht, wie man das Bild der Gemeinde Emmen verbessern könnte.

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Das Ergebnis war ein Katalog mit 72 Massnahmen und Zielen. Ein Punkt lautete: eine Hochschulinstitution nach Emmen holen. «Als Weihnachten 2013 klar war, dass ein ganzes Departement der Hochschule Luzern zu uns zügeln würde, war das für mich das schönste Geschenk», sagt Born noch heute. «Jetzt erwarten wir mit grosser Offenheit, wie der Umzug Emmen und besonders die Vis- cosistadt verändern wird.» Die Studierenden werden Leben in das vorher abgesperrte Areal bringen. Denn die Viscosuisse, die ihm den Namen gab, benötigt nur noch ein Viertel des Geländes. Emmen kann das Image «Emmenbronx» neu deuten, wenn der Ausdruck in Zukunft nicht mehr nur mit den vielen Arbeitern und der Industrie, sondern mit Design & Kunst in Verbindung gebracht wird. «Wir haben die Talsohle durchschritten», sagt Born, schliesslich habe Emmen «ei- nen Haufen Qualitäten»: die Lage, die In- frastruktur, den Ruf als Wirtschaftsstandort und das Entwicklungspotenzial der Viscosistadt, eines Areals so gross wie die Luzerner Altstadt. Im Bau 745, in den die Hochschule zieht, beginne das neue Neben- und Miteinanders von Industrie und Bildung in Emmen. Denn, sagt Born, und jetzt hört man den Stolz deutlich, «nicht jede Gemeinde unserer Grösse hat eine Hochschule».

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Zukunftsquartier mit Grünfaktor

Man spüre es heute fast nicht mehr, aber vor sechs, sieben Jahren noch sei die Suurstoffi in Rotkreuz ein «Unort» gewesen, sagt Hannes Wüest, Verwaltungsratspräsident Zug Estates, gegenüber dem grossen Tanklager, neben dem SBB-Abspannwerk und hinter den riesigen Rangieranlagen, die vor sich hin lärmten.

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«Für uns von Zug Estates war klar, dass wir nur eine Chance haben, ein Quartier zu entwickeln, wenn wir weiter gehen als der Durchschnitt, mit einem verkehrsfreien Quartier, eigenständiger Architektur, einem einladenden Garten», sagt Wüest. Auch in einem Haus gleiche kaum eine Wohnung der anderen. «Und wir verfolgen die Vision eines Zero-Zero-Konzepts, mit erneuerbarer Energie und ohne CO2-Emissionen.» Immer mehr Firmen suchten den Standort danach aus, ob der ökologische Footprint hohen Standards entspricht und in einem attraktiven Umfeld liegt. Das hat Novartis ebenso überzeugt wie die Carsharing-Firma Mobility, die Swiss International School und das Meinungsforschungsinstitut GfK. «Eine hochrangige Bildungsinstitution als Ankermieter wie die Hochschule Luzern mit dem Departement Informatik und dem Finance-Bereich des Departements Wirtschaft dynamisiert den ganzen Prozess und stärkt das Image der Suurstoffi», gibt sich Wüest überzeugt.

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