In der Übersicht
Ziel
Der Schweizer HR-Barometer ist ein hochschulübergreifendes SNF Infrastrukturprojekt. Er erfasst seit 2006, wie Beschäftigte in der Schweiz ihre Arbeitssituation erleben. Mit Hilfe einer repräsentativen, regelmässig durchgeführten und differenzierten Befragung von Beschäftigten in der Schweiz werden sowohl die Beziehung zwischen Arbeitnehmenden und ihrem Arbeitgeber als auch das aktuelle Arbeitsklima in Unternehmen der Schweiz detailliert untersucht. Neben aktuellen, abwechselnden Schwerpunktthemen werden jeweils Trends zu HRM-Praktiken, zum psychologischen Vertrag, zu Arbeitseinstellungen und -verhalten und den Karriereorientierungen erhoben.
Die Herausgeberschaft des Schweizer HR-Barometers sind Dr. Anja Feierabend, Dozentin am Competence Center des Instituts für Betriebs- und Regionalökonomie der Hochschule Luzern (HSLU) und Prof. Dr. Bruno Staffelbach, Direktor des Centers für Human Resource Management und ordentlicher Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Universität Luzern. Mitgründerin und ehemalige Mitherausgeberin des Projekts ist Prof. Dr. Gudela Grote, Professorin für Arbeits- und Organisationspsychologie der ETH Zürich.
Forschungsansatz
Im Zentrum des theoretischen Untersuchungsmodells steht der psychologische Vertrag. Dieses Konstrukt misst die Erwartungen und Angebote von Arbeitgeber und Arbeitnehmenden, die über die Verpflichtungen im formalen, juristischen Arbeitsvertrag hinausgehen. Darauf basierend wird analysiert, welche Faktoren die Stabilität dieses Kontrakts beeinflussen und welche Auswirkung eine Vertragserfüllung respektive Nichterfüllung auf das Erleben und Handeln der Beschäftigten hat. Als Einflussfaktoren fungieren nebst den personalen und organisationalen Schlüsselmerkmalen des Schweizerischen Bundesamts für Statistik speziell auch Einstellungen wie die Karriereorientierung. Um die Arbeitssituation umfassend zu analysieren, werden zudem Einflussfaktoren des Human Resource Managements wie Arbeitsgestaltung und Führung erfragt. Abschliessend wird ein breites Spektrum von Arbeitseinstellungen und Verhaltensabsichten der Beschäftigten als mögliche Auswirkungen erfasst.
Methode
Die Befragung der Arbeitnehmenden erfolgt in einem 2-Jahres-Rhythmus. Die Erhebungsmethode basiert auf einem Mixed-Mode-Ansatz, bei dem je nach Präferenz der befragten Person die Umfrage online oder schriftlich durchgeführt wird. Die Stichprobe beinhaltet insgesamt gut 2000 Arbeitnehmende aus der deutsch-, französisch- und italienischsprachigen Schweiz. Die Stichprobenziehung basiert auf dem Stichprobenregister des Bundesamtes für Statistik. Dabei werden nur Zielpersonen im Alter von 16 bis 65 Jahren gezogen. Weiter erfolgt ein Ausschluss der selbständigen und nicht arbeitstätigen Personen, da der Fokus der Untersuchung auf den Arbeitsbeziehungen und der Arbeitssituation von Beschäftigten in einem Arbeitsverhältnis gelegt wird. Aus ähnlichen Gründen werden Beschäftigte, die weniger als 40% angestellt sind, von der Befragung ausgeschlossen.