46% des jährlichen Endenergiebedarfs der Schweiz werden für Heizen und Kühlen benötigt. Mehr als die Hälfte davon stammt aus fossilen Energieträgern wie Gas und Öl. Der Wärmebedarf schwankt im Jahresverlauf beträchtlich und ist im Winter hoch und im Sommer niedrig. Durch den Einsatz von saisonalen thermischen Energiespeichern kann überschüssige Wärme im Sommer gespeichert und im Winter genutzt werden. Die Quelle dieser überschüssigen Wärme kann eine Müllverbrennungsanlage, PV in Kombination mit einer Wärmepumpe, industrielle Abwärme oder ähnliches sein. Die saisonale thermische Energiespeicherung kann somit den Strombedarf im Winter reduzieren, was ein Schlüsselelement für eine resiliente und kosteneffiziente Energieversorgung in der Schweiz ist.
Das Ziel von SwissSTES ist die Reduktion der Abhängigkeit der Schweiz von fossilen Brennstoffen mit Hilfe von saisonaler thermischer Energiespeicherung (STES). Ein interdisziplinäres Konsortium entwickelt und evaluiert innovative STES-Technologien und entwickelt einen umfassenden STES-Aktions- und Umsetzungsplan. Die Forschungsaktivität von SwissSTES gliedert sich in 10 miteinander verbundene Teilprojekte, die sich jeweils auf unterschiedliche Aspekte von STES konzentrieren. SP1 und SP2 beginnen mit der Charakterisierung der Untergrundverhältnisse und der Identifizierung potenzieller STES-Standorte, kombiniert mit einer räumlichen, technischen und wirtschaftlichen Analyse, um Möglichkeiten und Kompromisse aufzuzeigen. SP2 arbeitet eng mit SP3 zusammen, indem es nicht-technische Randbedingungen bereitstellt, einen multikriteriellen Ansatz entwickelt und Suchkriterien für die GIS-Analyse definiert.
Die in SP1 und SP2 identifizierten STES-Standorte und Potenziale sind von entscheidender Bedeutung für SP4 bis SP7, die sich aus technischer Sicht auf grossflächige, sensible STES konzentrieren. Diese Teilprojekte analysieren spezifische Technologien, prognostizieren deren Leistungsfähigkeit und untersuchen potentielle technische Innovationen zur Optimierung. Diese Arbeiten stehen in engem Zusammenhang mit SP10, das regionale Fallstudien unter Berücksichtigung bestehender oder zukünftiger Fernwärmeinfrastrukturen liefert. Es besteht eine starke gegenseitige Bereicherung zwischen den detaillierten Leistungsanalysen (SP4-SP7) und den realen Randbedingungen (SP10, SP3).