Externes Fachseminar 2026 – Barcelona als Lernort für Gebäudetechnik
Eine Studienwoche selbständig organisieren, finanzieren und durchführen – und dabei fachliche Exkursionen mit kulturellen und sozialen Erlebnissen verbinden. Genau darum geht es beim Externen Fachseminar EFS der Gebäudetechnik. 2026 führte die Reise nach Barcelona.
Bevor es losgehen konnte, wartete ein umfangreiches Projekt auf die Studierenden. Ihre erste Aufgabe: eine europäische Destination bestimmen, dort fünf spannende Fachexkursionen sowie fünf soziale beziehungsweise kulturelle Programmpunkte ausfindig machen und daraus eine abwechslungsreiche Studienwoche gestalten.
Dazu gehören nicht nur Firmenbesuche und Aktivitäten, sondern auch die Organisation von Reise und Unterkunft, die Koordination mit lokalen Partnern und nicht zuletzt die Finanzierung. Diese wurde breit abgestützt – durch Sponsoring, eigene Anlässe und Events sowie über das Netzwerk rund um die eigenständig aufgebaute Plattform www.TechLuzernConnect.ch.
Nach mehreren Vorschlägen und einem gemeinsamen demokratischen Auswahlprozess stand die Destination fest.
Gemeinsam unterwegs nach Barcelona
Schon die Anreise war Teil des Erlebnisses. Fliegen ist kein Thema. Die Klasse machte sich deshalb im komfortablen Twiliner Bus über Nacht auf den Weg nach Spanien. Die Reise bot einen besonderen Auftakt: am Sonntagabend einsteigen, die Nacht unterwegs verbringen und am Montagmorgen gemeinsam Barcelona erreichen.
Nach der Ankunft stand zunächst die Stadt selbst im Mittelpunkt. Ein gemeinsamer Brunch, eine Bootstour entlang der Küste und ein Rundgang durch die Altstadt ermöglichten erste Eindrücke von Barcelona. Gleichzeitig bot der Tag viel Raum für Gespräche und gemeinsames Erleben – ein wichtiger Bestandteil des EFS, bei dem neben dem Fachlichen auch der Zusammenhalt innerhalb der Klasse eine zentrale Rolle spielt.
Sanitärtechnik und aussergewöhnliche Architektur
Der Dienstagmorgen führte zu Roca Sanitario. Beim international tätigen Hersteller von Sanitärprodukten erhielten die Studierenden Einblick in aktuelle Entwicklungen rund um Wasserverbrauch, Hygiene, Komfort und Design.
Gerade für angehende Gebäudetechnik-Fachleute wurde dabei sichtbar, wie stark die Wahl von Sanitärapparaten den Ressourcenverbrauch eines Gebäudes beeinflussen kann und wie technische Anforderungen mit Gestaltung und Nutzerkomfort zusammenspielen.
Nach einem gemeinsamen Mittagessen mit Vertretern der im Heiz- und Kühlbereich tätigen Firma Xtegrasol wechselte am Nachmittag die Perspektive. Mit dem Walden 7 stand eines der ungewöhnlichsten Wohngebäude der Region auf dem Programm.
Die von Ricardo Bofill entworfene Anlage mit ihren Innenhöfen, Brücken, Treppen und komplexen Erschliessungswegen zeigte eindrücklich, wie Architektur, Konstruktion und Nutzung ineinandergreifen. Gleichzeitig wurde deutlich, wie stark Materialwahl und langfristiger Unterhalt die Qualität eines Gebäudes prägen.
Lüftungstechnik aus nächster Nähe
Am Mittwoch ging es nach Ripoll zu Soler & Palau. Der Besuch bot einen direkten Einblick in die Produktion von Ventilatoren, Motoren und Lüftungskomponenten.
Besonders eindrücklich waren die grossen Produktionsanlagen sowie die firmeneigenen Prüfstände. Im Labor werden unter anderem Luftleistung, Geräuschentwicklung und Vibrationen untersucht. In einem schallgedämmten Prüfraum konnten die Studierenden nachvollziehen, welcher Entwicklungs- und Messaufwand hinter modernen Lüftungssystemen steckt.
Damit wurden Inhalte aus dem Studium unmittelbar greifbar: nicht als theoretisches Schema, sondern als reale Bauteile, Produktionsprozesse und Messverfahren.
Zurück in Barcelona wechselte der Fokus von Technik zu Kultur. Ein Rundgang durch die Altstadt und der Besuch des Picasso Museums eröffneten eine andere Perspektive auf die Stadt und boten neue Gesprächsthemen ausserhalb des Studienalltags.
Für eine kleine Fangruppe hielt der Mittwochabend noch einen besonderen Programmpunkt bereit: den Besuch eines Champions-League-Spiels des FC Barcelona. Trotz Starkregen und einer bis zuletzt spannenden Ticketsituation erreichten die Studenten das Stadion rechtzeitig. Die besondere Atmosphäre und das gemeinsame Fussballerlebnis machten diesen Abend zu einem ausserordentlichen Höhepunkt der Woche.
Wasserversorgung zwischen Vergangenheit und Gegenwart
Ein weiterer fachlicher Schwerpunkt folgte am Donnerstag im Museu de les Aigües.
Das Museum befindet sich in einer mehr als 100 Jahre alten Wasserpumpstation, die bis heute Teil der Wasserversorgung Barcelonas und seiner Metropolregion ist. Historische Dampfmaschinen stehen dort unmittelbar neben moderner Pumpentechnik.
Für die Studierenden waren insbesondere die Themen Förderung, Rohrleitungen, Energiebedarf und Versorgungssicherheit interessant. Gleichzeitig zeigte der Besuch, welche Bedeutung ein effizienter und nachhaltiger Umgang mit Wasser für eine Grossstadt besitzt.
Am Nachmittag rückte mit der Sagrada Família eines der bekanntesten Bauwerke Barcelonas in den Mittelpunkt.
Neben der besonderen Raumwirkung und dem farbigen Tageslicht faszinierte insbesondere Gaudís Fadenmodell. Mithilfe aufgehängter und belasteter Schnüre untersuchte er Tragstrukturen und leitete daraus geeignete Formen für seine Konstruktionen ab. Das Modell zeigt bis heute eindrücklich, wie komplexe statische Zusammenhänge mit vergleichsweise einfachen Mitteln sichtbar gemacht werden können.
Beim gemeinsamen Nachtessen, unterstützt durch RMB, liess die Klasse den intensiven Tag ausklingen.
Barcelona jenseits der Technik
Am Freitag, 11. September, rückten nochmals die kulturellen und gesellschaftlichen Seiten Barcelonas in den Vordergrund. Da an diesem Tag die «Diada Nacional de Catalunya», der katalanische Nationalfeiertag, gefeiert wird, war es besonders anspruchsvoll, geeignete Besichtigungen und Programmpunkte zu organisieren.
Nach der zum EFS gehörenden Modulabschlussprüfung führte das Programm ins Aquarium Barcelona. Dort konnten die Studierenden die Tierwelt des Mittelmeers und weitere Meereswelten entdecken.
Anschliessend ging es weiter ins Museum des FC Barcelona. Neben der Geschichte des Clubs und seinen zahlreichen Trophäen wurde dort auch sichtbar, welche kulturelle und gesellschaftliche Bedeutung der Verein für Barcelona besitzt.
Damit bot auch der letzte Tag nochmals Gelegenheit, die Stadt von einer anderen Seite kennenzulernen und die vielfältigen Eindrücke der Woche abzurunden.
Mehr als eine Studienreise
Das EFS 2026 zeigte, wie vielfältig Gebäudetechnik ausserhalb des Hörsaals erlebt werden kann: in der Entwicklung von Sanitärprodukten, in einer Ventilatorenproduktion, in der Wasserversorgung einer Millionenregion oder in einem architektonisch aussergewöhnlichen Bauwerk.
Mindestens genauso wichtig waren jedoch die Erfahrungen ausserhalb des fachlichen Programms. Gemeinsam reisen, organisieren, Lösungen finden, Verantwortung übernehmen und Neues entdecken – all das gehört ebenso zum EFS wie die technischen Exkursionen.
So wurde Barcelona für eine Woche nicht nur zum Reiseziel, sondern zum erweiterten Lernort.
Danke an das Organisationskomitee
Ein grosses Dankeschön geht an das Organisationskomitee, das mit viel Engagement, Flexibilität und Tatkraft wesentlich zum Gelingen des EFS 2026 beigetragen hat.
Unterstützt wurde das studentische OK von den Coaches Frank Gubser und Gianrico Settembrini, die damit ebenfalls Teil der Organisation waren.
Ein Wunsch aus dem Coaching-Team war bei der Wahl der Destination schnell formuliert: Für einmal dürfte es gerne etwas wärmer sein. Barcelona erfüllte diesen Wunsch – auch wenn damals niemand ahnen konnte, dass ausgerechnet in dieser Septemberwoche auch in weiten Teilen Europas nochmals sommerliche Temperaturen herrschen würden.
Danke an unsere Partner und Unterstützer
Eine Studienwoche dieser Art wäre ohne externe Unterstützung nur schwer realisierbar. Deshalb gilt ein besonderer Dank allen Unternehmen und Partnern, welche die Studierenden finanziell unterstützt und damit die Durchführung des EFS 2026 mit ermöglicht haben.