Beispiele aus dem Bereich Bauphysik, Energieeffizienz und Nachhaltigkeit:
Im Bereich der Lebenszyklusanalyse für den Fassadenbau wurden die praktische Anwendung und die Erkenntnisse durch LCA-Methoden untersucht, sei es durch die Evaluierung der Wirkungsabschätzungsmethoden für Lebenszyklusanalysen (Christian Agugliaro) oder durch die Sondierung geeigneter LCA-Software für den Fassadenbau (Martin T. Müller).
Konzeptionelle Entwicklungen für innovative Lösungen in der Gebäudehülle umfassen sowohl das Design, wie zum Beispiel ein Upcycling von alten Isoliergläsern (Philipp Lustenberger), als auch die Entwicklung einer Fassadenstation für Drohnenlieferungen (Dominik Roos) oder die bauphysikalische Modellierung eines mechanisch belüfteten Kastenfensters (Wolfgang Hausammann).
Energetische Auswirkungen von geplanten Gebäudehüllsystemen werden über numerische Analysen durchgeführt, wie z.B. die Untersuchung des sommerlichen Wärmeschutzes durch passive Massnahmen für die Forschungsunit „Smart Sustainable Living“ im NEST-Gebäude der EMPA in Dübendorf (Tizian Haussener) oder die Untersuchung der Wärmedämmeffizienz von Lisenen (Pascale Wyler).
Detaillierte bauphysikalische Untersuchungen spannen sich messtechnischen Bestimmungen der energetischen Kenngrössen für z.B. den Wärmedurchgang durch neuartige Pilzdämmplatten (Ronny Wettmer) oder den richtungsabhängigen Energiedurchgang durch Mikrolamellen (Robyn Scheidegger), über das Monitoring von Kondensatproblemen bei Doppelhautfassaden (Simon Rohrer) bis hin zu einer umfassenden Analyse der Energieeffizienz von Fassadentypen (Baptiste Spicher).
Beispiele aus dem Bereich Tragwerk, Konstruktion, Glasbau und Kleben:
Tests und Analysen zur Prüfung der Durchbruchsicherheit von horizontalen Verglasungen, die zu Reinigungs- und Wartungszwecken betretbar sind, wurden von Dominic Achermann (Prüfung der Durchbruchsicherheit von VSG) und Florian Budde (Analysen zur Durchbruchsicherheit von VSG) im Kontext mit dem neuen SIA-Merkblatt 2057 «Glasbau» durchgeführt.
Die Studierenden Stephan Speiser (Tragverhalten von SG-Silikonverklebungen), Jona Vetterli (Einsatz tragender, breiter SG-Silikonverbindungen) und Manuel Affolter (Einfluss der Klebegeometrie auf Silikonverklebungen) beschäftigten sich in ihren Bachelorthesen intensiv mit der Rolle und dem Verhalten lastabtragender Verklebungen in strukturellen Glasfassaden, wobei auch Versuche zusammen mit Industriepartnern vorgenommen wurden.
Antoine Yersin (Einlaminierte, tragende Glasverbindungen in VSG) und Pascal Joos (Verhalten struktureller laminierter Glasverbinder) wirkten mittels ihrer Thesen an der Entwicklung lastabtragender, einlaminierter Verbindungselemente für Ganzglaskonstruktionen mit. Dies geschah in Verbindung mit internationalen Industriepartnern und trug zu einer Publikation bei (https://link.springer.com/article/10.1007/s40940-022-00198-6).
Betonelemente verklebt mit Naturstein und schubfester Isolation im Sandwichkern bieten auf dem Markt bezüglich Montagegeschwindigkeit viele Vorteile. In seiner Bachelor-Diplomarbeit «Studie zur Entwicklung eines Natursteinwand-Elementfassaden-Verbundsystems» testete Kilian Arnold daher ein Wandelement von 1 Meter Breite und 3 Meter Höhe auf seine Versagensart bei einer Lastüberschreitung. Dabei wendete er die Technik der Finite-Elemente-Methode zur Berechnung der Spannungen in der Isolation und in den Klebefugen an.
Moderne Fassaden werden immer komplexer. Gerundete Abschnitte oder sogar ganzheitlich gekrümmte Gebäudehüllen stellen hohe Ansprüche an die Fassade, die meist aus Isolierglaselementen besteht. In seiner These «Bemessung gebogener Isoliergläser» erstellte der Student Curdin Pfister daher ein Finite-Elemente-Modell, um die Auswirkungen von Glaskrümmungen auf die Klimalasten in der Isolierverglasung zu quantifizieren. Um den Aufbau beliebig variieren zu können, wurde die gesamte Geometrie parametrisiert.