In der Übersicht
Das Seminar verbindet das SEED-Modell – ein fundiertes Rahmenwerk für die lebenslange emotionale Entwicklung von Menschen mit intellektuellen Entwicklungsstörungen – mit den Besonderheiten des Autismus-Spektrums. Es wird erläutert, wie pränatale und frühkindliche Stressfaktoren, wie Stress der primären Bezugspersonen, die Entwicklung des emotionalen Gehirns (Amygdala, präfrontaler Kortex) beeinflussen können und zu Verzögerungen in der Affektregulation führen. Bei autistischen Personen verstärken sensorische Über- oder Unterforderungen sowie Bindungs- und Orientierungsdefizite diese Effekte. Dies zeigt sich in maladaptivem Verhalten wie Impulsivität, Kontrollverlust oder Rückzug. Dieses Verhalten wird häufig als herausfordernd beschrieben, anstatt es als Suche nach Sicherheit zu interpretieren.