Die Akutversorgung in der Schweiz gerät zunehmend unter Druck: Hausarztpraxen schliessen oder finden keine Nachfolge, ambulante Pflegedienste sehen sich immer häufiger mit subakuten Patientensituationen konfrontiert, die eine rasche klinische Einschätzung und Entscheidungsfindung erfordern, Notfallstationen stossen regelmässig an ihre Belastungsgrenzen und die Einsatzzahlen der Rettungsdienste steigen kontinuierlich. Gleichzeitig werden die Patientensituationen komplexer – insbesondere bei älteren, multimorbiden oder sozial vulnerablen Menschen. In der Folge entstehen Versorgungslücken und ausserklinische Akutsituationen nehmen zu – Situationen, die keinen unmittelbaren Hospitalisierungsbedarf haben, jedoch eine fundierte klinische Beurteilung und eine gezielte Steuerung der weiteren Versorgung erfordern. Als Reaktion auf diese Entwicklungen entstehen neue Aufgabenprofile, in denen Fachpersonen mit spezifischen Qualifikationen zunehmend Verantwortung in der ausserklinischen Akutversorgung übernehmen.
Das CAS Ausserklinische Akutversorgung wurde gezielt entwickelt, um Fachpersonen auf diese Anforderungen vorzubereiten. Es fokussiert auf die zentralen Aufgaben ausserhalb des Spitals, bei denen akute und häufig unklare Patientensituationen strukturiert beurteilt und verantwortungsvoll gesteuert werden müssen.
Das CAS vermittelt vertieftes klinisches Wissen, Diagnostik im sozialen Kontext und rechtliche Grundlagen. Die Teilnehmenden erweitern gezielt Ihre Kommunikations- und Handlungskompetenzen für die Einschätzung von Akutsituationen, die fundierte Entscheidungsfindung sowie die Wahl geeigneter Behandlungs und Weiterleitungswege. Der CAS befähigt die Teilnehmenden, Versorgung wirksam zu steuern und bestehende Versorgungsstrukturen gezielt zu entlasten.