Als die HSLU 2016 den Betrieb ihres Departements Informatik am Campus Zug-Rotkreuz aufnahm, betrat sie Pionierland. Der Schritt war die Antwort auf die wachsende Bedeutung der Digitalisierung und den steigenden Bedarf an IT-Fachkräften. Seit der Gründung wuchs das Departement von 69 auf heute 306 Mitarbeitende und von 521 auf 1’316 Studierende. Gestartet mit 12 Weiterbildungsangeboten und 406 Teilnehmenden umfasst das Portfolio heute 102 Angebote mit rund 1’000 Teilnehmenden pro Jahr. Die Forschung ist etabliert und trägt heute rund 20 Prozent zu einem Gesamtumsatz des Departements von 50 Millionen Franken bei.
Von der Vision zu den ersten Studiengängen
Wesentlich für den Aufbau verantwortlich war Gründungsdirektor René Hüsler: Mit Vision und Begeisterungsfähigkeit gewann er wichtige Partner aus Politik und Wirtschaft für die Anschubfinanzierung des Campus. Unter seiner Leitung lancierte das Departement mit den Bachelor-Studiengängen «Information & Cyber Security» (2018) und «Artificial Intelligence & Machine Learning» (2020) zwei schweizweite Premieren, eine dritte folgte 2024 mit «Immersive Technologies». Bundesrat Guy Parmelin reiste 2018 gar zur Eröffnung des Studiengangs «Information & Cyber Security» nach Rotkreuz. «Wir hatten stets den Mut, Neues auszuprobieren, und blieben experimentierfreudig. Das hat sich bis heute bewährt», sagt René Hüsler.
Sieben Labs von Robotik bis Blockchain
Ebenso wuchs die Forschung: Unter René Hüslers Leitung entstanden sieben «Research and Development Labs», die von Robotik über Blockchain bis zu Künstlicher Intelligenz reichen. Ein Meilenstein war die «Blockchain Zug – Joint Research Initiative» im Jahr 2024: Der Kanton Zug fördert die Kooperation von HSLU und Universität Luzern mit knapp 40 Millionen Franken, damit der Kanton zu einem weltweit führenden Zentrum für Blockchain-Forschung wird. «Mit der Crypto Valley Association und weiteren Kooperationen sind wir neue Wege gegangen. Dank unserer internationalen Netzwerke und unserer bereits bestehenden Kompetenzen in Forschung und Lehre konnte die Initiative schnell Wirkung entfalten», sagt René Hüsler.
Neue Leitung, gleicher Spirit
2021 stiess Sarah Hauser als Vizedirektorin Ausbildung zum Führungsteam, seit September 2025 leitet sie das Departement. Schon früh hat das Departement Informatik eine eigene Kultur entwickelt, im Haus «I-Spirit» genannt. Diese Kultur gilt als wesentlicher Grund für den Erfolg, und Sarah Hauser will daran festhalten: «Wir sind offen und beweglich. Dieser gemeinsame Geist trägt viele Go-for-it-Entscheidungen.» Genauso wichtig wie die Gestaltung nach innen ist ihr jene nach aussen: «Über unsere Forschung und Studierendenprojekte stehen wir in engem Austausch mit der Wirtschaft. Wir sehen direkt, welche Fragen Unternehmen beschäftigen.»
Was uns im Jahr 2036 erwartet
Was vor zehn Jahren als Antwort auf den technologischen Wandel entstand, ist heute wichtiger denn je. Tempo und Tragweite des Umbruchs überfordern viele Menschen. «Ich spüre die Verunsicherung der Menschen. Deshalb brauchen gerade wir vor allem eines: Mut. Forschung und Lehre schaffen Orientierung und zeigen, wie sich dieser Wandel verantwortungsvoll gestalten lässt», sagt Sarah Hauser. Genau solche Fragen greift die achtteilige Serie «10 Jahre voraus» auf, die seit Juli auf dem Blog des Departements erscheint.
Für Sarah Hauser ist das Jubiläum kein Grund, sich zurückzulehnen: «Wir verstehen uns als Zukunftsgestaltende. Wir nehmen Themen ernst und packen sie verantwortungsvoll an.»
«10 Jahre voraus» - Die Jubiläumsserie im Überblick
Auf dem Informatik-Blog skizzieren Dozierende und Forschende des Departements in einer achtteiligen Serie, wie sich ihre Fachgebiete in den nächsten zehn Jahren entwickeln. Die Themen sind: Cyber Security, Künstliche Intelligenz, Immersive Realities, Internet of Things (IoT), Zukunft der Lehre und Informatikausbildung, Datensouveränität, Blockchain, Robotik
Weitere Informationen zum Jubiläum gibt es hier.