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  4. FinTech in der Schweiz und Liechtenstein: KI gewinnt an Bedeutung
12. März 2026

FinTech in der Schweiz und Liechtenstein: KI gewinnt an Bedeutung

Die Anzahl der FinTech-Unternehmen in der Schweiz und Liechtenstein hat 2025 leicht zugenommen. Gleichzeitig verschiebt sich der technologische Fokus hin zu daten- und KI-basierten Lösungen. Zu diesem Schluss kommt die neue IFZ FinTech Study 2026 der Hochschule Luzern.

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Per Ende 2025 wurden in der Schweiz und Liechtenstein insgesamt 529 FinTech-Unternehmen gezählt (siehe Abbildung 1). Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Wachstum von vier Prozent. Seit 2015 ist die Anzahl der FinTech-Unternehmen, mit Ausnahme eines leichten Rückgangs im Jahr 2021, nahezu kontinuierlich angestiegen und hat sich im betrachteten Zeitraum mehr als verdreifacht. Gleichzeitig fallen die jährlichen Zuwächse in den vergangenen Jahren geringer aus als in früheren Wachstumsphasen. Die Entwicklung wird durch gleichzeitige Markteintritte und Marktaustritte geprägt: Unternehmensgründungen, Liquidationen, Fusionen und strategische Neuausrichtungen befinden sich weitgehend im Gleichgewicht. 

Diese Entwicklung deutet auf eine neue Phase des FinTech-Ökosystems hin. Nach früheren Jahren mit vergleichsweise stärkerem Wachstum rücken Konsolidierung, Spezialisierung und technologische Repositionierung der Geschäftsmodelle in den Vordergrund. Regional bleibt die FinTech-Aktivität weiterhin konzentriert, wobei Zürich seine Position als grösster Standort behauptet, gefolgt vom Kanton Zug.  

Übersicht über den Schweizer und Liechtensteiner FinTech-Sektor

Abbildung 1: Übersicht über den Schweizer und Liechtensteiner FinTech-Sektor (zum Vergrössern klicken):
Per Ende 2025 wurden in der Schweiz und Liechtenstein insgesamt 529 FinTech-Unternehmen gezählt. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Wachstum von vier Prozent.

Technologischer Fokus verschiebt sich in Richtung KI

Auch die technologische Struktur des FinTech-Sektors verändert sich. Datenanalyse, Big Data und Künstliche Intelligenz stellen neu die grösste Technologieklasse dar (siehe Abbildung 2, rechte Grafik). «Der Bedeutungsgewinn der Künstlichen Intelligenz ist dabei nicht nur auf neue Unternehmensgründungen zurückzuführen», sagt Co-Autor Thomas Ankenbrand. «Auch bestehende FinTech-Unternehmen haben ihre technologischen Schwerpunkte in Richtung daten- und KI-basierter Anwendungen entwickelt», fügt Ankenbrand hinzu. Die Entwicklung reflektiert die wachsende Nutzung datengetriebener Anwendungen, automatisierter Entscheidungsprozesse sowie generativer KI in Finanzdienstleistungen. Gleichzeitig bleibt die Distributed-Ledger-Technologie insbesondere im Bereich der Finanzinfrastruktur weiterhin von Bedeutung. 

Auf Ebene der Geschäftsbereiche entwickelte sich Infrastruktur erstmals zum grössten Produktsegment, vor Investment Management (siehe Abbildung 2, linke Grafik). Dies unterstreicht den Trend, dass FinTech-Unternehmen technologische Grundlagen für etablierte Finanzinstitutionen bereitstellen.

 
Anteil der FinTech-Unternehmen nach Jahr sowie nach Produktbereich (linke Grafik) und Technologiekategorie (rechte Grafik)

Abbildung 2: Anteil der FinTech-Unternehmen nach Jahr sowie nach Produktbereich (linke Grafik) und Technologiekategorie (rechte Grafik) (zum Vergrössern klicken):
Datenanalyse, Big Data und Künstliche Intelligenz stellen erstmals die grösste Technologieklasse dar und überholen damit Prozessdigitalisierung sowie Distributed-Ledger-Technologie (rechts). Auf Ebene der Geschäftsbereiche entwickelte sich Infrastruktur erstmals zum grössten Produktsegment (links).

Technologischer Fokus verschiebt sich in Richtung KI

Auch die technologische Struktur des FinTech-Sektors verändert sich. Datenanalyse, Big Data und Künstliche Intelligenz stellen neu die grösste Technologieklasse dar (siehe Abbildung 2, rechte Grafik). «Der Bedeutungsgewinn der Künstlichen Intelligenz ist dabei nicht nur auf neue Unternehmensgründungen zurückzuführen», sagt Co-Autor Thomas Ankenbrand. «Auch bestehende FinTech-Unternehmen haben ihre technologischen Schwerpunkte in Richtung daten- und KI-basierter Anwendungen entwickelt», fügt Ankenbrand hinzu. Die Entwicklung reflektiert die wachsende Nutzung datengetriebener Anwendungen, automatisierter Entscheidungsprozesse sowie generativer KI in Finanzdienstleistungen. Gleichzeitig bleibt die Distributed-Ledger-Technologie insbesondere im Bereich der Finanzinfrastruktur weiterhin von Bedeutung. 

Auf Ebene der Geschäftsbereiche entwickelte sich Infrastruktur erstmals zum grössten Produktsegment, vor Investment Management (siehe Abbildung 2, linke Grafik). Dies unterstreicht den Trend, dass FinTech-Unternehmen technologische Grundlagen für etablierte Finanzinstitutionen bereitstellen.

Internationale B2B-Strategien als Merkmal des FinTech-Marktes 

Der FinTech-Sektor in der Schweiz und Liechtenstein bleibt weiterhin auf Business-to-Business-Geschäftsmodelle (B2B) und globale Märkte ausgerichtet. Die Mehrheit der Unternehmen adressiert primär institutionelle Kunden und ist auch grenzüberschreitend tätig, was den globalen und infrastrukturorientierten Charakter des FinTech-Ökosystems unterstreicht. Endkundenfokussierte Geschäftsmodelle machen einen kleineren Teil des Ökosystems aus und sind zudem stärker auf den heimischen Markt ausgerichtet. Parallel zu dieser Entwicklung hat sich auch die Monetarisierung in den vergangenen Jahren in Richtung technologiegetriebener Ertragsmodelle verschoben: Insbesondere Software-as-a-Service (SaaS) hat sich über die Zeit als häufigster Ansatz etabliert und reflektiert die wachsende Bedeutung skalierbarer Softwarelösungen als zentrale Wertschöpfungsquelle im FinTech-Sektor.

Gute Rahmenbedingungen im internationalen Vergleich, aber sinkende Venture-Capital-Dynamik 

Der FinTech-Standort Schweiz behauptet seine starke internationale Position im globalen Wettbewerb der Finanztechnologiezentren. Im IFZ FinTech Hub Ranking zählt die Schweiz, vertreten durch Genf und Zürich, weiterhin zu den weltweit führenden Standorten und positioniert sich mit diesen beiden Hubs direkt hinter dem führenden FinTech-Zentrum Singapur. Allerdings ist die Venture-Capital-Aktivität gegenüber früheren Spitzenjahren rückläufig. Diese Entwicklung zeigt sich zwar auch auf globaler Ebene, fällt jedoch für die Finanzzentren Schweiz und Liechtenstein auf. Die zugrunde liegenden Ursachen sind bislang nicht eindeutig erklärbar und eröffnen ein Feld für zukünftige Forschung und vertiefte Analysen.

Evolution statt Disruption prägt die technologische Transformation 

Die technologische Transformation der Finanzzentren Schweiz und Liechtenstein scheint eher evolutionär statt disruptiv zu verlaufen. Vergangene Entwicklungen deuten darauf hin, dass neue Technologien in Finanzinstituten primär schrittweise integriert werden, anstatt bestehende Strukturen grundlegend zu verändern. Die Effizienzkennzahlen der Schweizer Banken haben sich derweil in den vergangenen Jahren verbessert: Geschäftsvolumen, gemessen an der Bilanzsumme und den verwalteten Vermögen, wuchsen stärker als die Kosten. In welchem Ausmass diese Effizienzgewinne auf FinTech-Innovationen zurückzuführen sind, lässt sich zwar nicht eindeutig bestimmen. Die Trends legen jedoch nahe, dass Finanzinstitute auf kontinuierliche Innovation setzen und technologische Fortschritte in enger Zusammenarbeit mit IT- und Technologieanbietern implementieren.

Was ist FinTech?

Die Hochschule Luzern publiziert jährlich die «IFZ FinTech Study». FinTech ist die Abkürzung für Finanztechnologie und umschreibt technologiebasierte Lösungen für innovative digitale Produkte, Dienstleistungen und Prozesse in der Finanzbranche. FinTech-Lösungen verbessern, ergänzen oder ersetzen bestehende Finanzdienstleistungen. 

IFZ FinTech Study 2026

Die Studie bietet bereits zum elften Mal eine Übersicht zum Schweizer FinTech-Sektor. Die Studie wurde durch die Unterstützung von Finnova, Finstar, Inventx, dem Kanton Zug, SFTI / Swiss FinTech Innovations, SIX und der Zürcher Kantonalbank ermöglicht. 

 

Kategorie: Medienmitteilung
Wirtschaft, Institut für Finanzdienstleistungen Zug (IFZ), Medienstelle, Hochschule Luzern
Themen: Wirtschaft

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  • IFZ FinTech Study 2026 

Prof. Dr. Thomas Ankenbrand

Leiter Competence Center Investments

+41 41 757 67 23

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