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  4. So sparen öffentliche Verkehrsmittel noch mehr Energie
27. April 2021

So sparen öffentliche Verkehrsmittel noch mehr Energie

Lässt sich bei den öffentlichen Verkehrsmitteln noch mehr Energie einsparen? Wenn ja, wie viel und auf welche Weise am besten? Verschiedene Untersuchungen haben sich bereits mit Einzelaspekten befasst. Eine Studie der Hochschule Luzern schafft im Auftrag des Bundesamtes für Verkehr zum ersten Mal einen Überblick über bestehende Ansätze im Bereich Heizung, Kühlung und Lüftung.

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Ein Zug verbraucht auf der Fahrt von A nach B einerseits Energie für die Fortbewegung, andererseits aber auch für Heizung, Kühlung und Lüftung – also für den Komfort der Fahrgäste. Diese Faktoren bringen uns zwar nicht nach B, aber sie sorgen dafür, dass wir während der Reise frische Luft einatmen und dass wir nicht in unterkühlten Zügen schlottern. Kurz: Sie spielen eine wesentliche Rolle bei der Entscheidung «Auto oder Zug?».

Beachtliches Einsparpotenzial

Zwischen 10 und 40 Prozent der Energie, die Zug, Tram oder Bus während der Fahrt insgesamt brauchen, dienen dem Komfort. «Das ist im Jahr etwa gleich viel wie der mittlere jährliche Strombedarf von bis zu 400'000 Haushalten mit vier Personen in der Schweiz – also mehr als die Haushalte einer Grossstadt», sagt Stephan Husen, leitender Experte im Programm «Energiestrategie 2050 im öffentlichen Verkehr» beim Bundesamt für Verkehr (BAV). Es lohnt sich also, genauer hinzuschauen, welche Einsparungen sich hier realisieren lassen. Und in der Tat gibt es nur schon in Europa bereits über 100 Studien zu verschiedenen Aspekten. «Ihre Methodik und Aussagekraft sind allerdings sehr unterschiedlich», sagt Prof. Urs-Peter Menti von der Hochschule Luzern. «Was bisher fehlte, war eine Übersicht und eine systematische Analyse dieser Studien.» Das BAV gab deshalb im Rahmen des Programms «Energiestrategie im öffentlichen Verkehr» Menti und seinem Team vom Institut für Gebäudetechnik und Energie den Auftrag, für Überblick und Klarheit zu sorgen.
Die Expertinnen und Experten sichteten und bewerteten die Studien, die ihre intensive Recherche an den Tag gebracht hatten. «Am besten untersucht ist die Bahn», stellt Menti fest. «Allerdings kann man viele der Massnahmen auf Tram und Bus übertragen.» Aus denjenigen Studien, die sie als besonders relevant gewichteten, leiteten die Forschenden schliesslich einen Massnahmenkatalog ab. Die Empfehlungen richten sich in erster Linie an Transportunternehmen und Hersteller. Auch Anregungen für weitere Forschungs- und Entwicklungsschwerpunkte sind darin enthalten.

Massnahmen von einfach bis visionär

«Schon jetzt bemühen sich viele Transportunternehmen um Einsparungen, aber es besteht auf jeden Fall noch Potenzial», sagt Urs-Peter Menti. Ein typisches Beispiel für eine vergleichsweise einfache aber sehr wirkungsvolle Massnahme ist die Einführung der so genannten energieoptimierten Abstellung: Auch wenn Züge nicht in Betrieb sind, werden sie aus verschiedenen Gründen meist nicht ganz ausgeschaltet, zum Beispiel, um im Winter den Frostschutz zu sichern, Feuchtigkeitsschäden zu vermeiden, oder weil das Aufstarten für einen kurzfristigen Einsatz sonst zu lange dauert. Mit der neu entwickelten energieoptimierten Abstellung verbrauchen die Züge im Ruhezustand nur noch einen Bruchteil der bisher benötigten Energie und stehen trotzdem schnell wieder zur Verfügung.
Aber auch von mancher visionären Idee ist Menti angetan. So wird im Moment zum Beispiel der einzelne Zugwagen gesamthaft geheizt, gekühlt und gelüftet, unabhängig davon, ob er voll ist oder ob nur eine Person darinsitzt. «Technisch wäre es denkbar und sinnvoll, dies jeweils pro Sitzplatz zu tun. In Randzeiten könnte viel Energie gespart werden, wenn Heizung und Lüftung nur für besetzte Plätze aktiviert werden», sagt Menti und ergänzt: «Vielleicht wäre es aufschlussreich, den Zugwagen gesamthaft neu zu denken.»

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Link und Download

  • Interview Urs-Peter Menti zum Thema Energieeffizienz im öffentlichen Verkehr

  • Energiestrategie 2050 im öffentlichen Verkehr – ESöV 2050

  • Download Synthesebericht Energieeffizienz im Bereich Heizung, Kühlung, Lüftung im öffentlichen Verkehr

Kategorie: News, Medienmitteilung
Technik & Architektur, ALT - Forschung & Entwicklung, Institut für Gebäudetechnik und Energie IGE
Themen: Nachhaltigkeit, Energie, Energieeffizienz, Energiewende, Gebäudetechnik, Heizung-Lüftung-Klima-Sanitär, Mobilität, Management des öffentlichen Verkehrs, Technik und Engineering

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Prof. Urs-Peter Menti

Co-Institutsleiter Gebäudetechnik und Energie

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