In der Übersicht
Das Parlament hat im März 2025 die Revision des Gütertransportgesetzes (GüTG) verabschiedet. Das revidierte Gesetz tritt 2026 in Kraft und sieht unter anderem eine finanzielle Förderung der Migration auf die Digitale Automatische Kupplung (DAK) bei bestehenden Güterwagen und Lokomotiven mittels pauschaler Beiträge vor.
Die bisherigen und geplanten Projekte zur DAK in der Schweiz verfolgen das Ziel, ein vollständig mit Europa abgestimmtes Deployment umzusetzen. Der übergeordnete europäische Zeitplan sieht dabei folgende Stufen vor:
• EP1 (2017–2022): Einführung der automatischen Kupplung im kommerziellen Betrieb des kombinierten Verkehrs in der Schweiz.
• EP2 (2022–2023): Entwicklung des System DAC+ mit dem Powerline PLUS Train Backbone (PTB) als Kommunikationssystem und 400 VAC Stromsystem und Erprobung der durch dieses System DAC+ ermöglichten Zugfunktionen (EDDP Basic Package).
• EP3 (In Planung: 2025–2026): Entwicklung des Swiss Pioneer Digital Freight Trains gemäss EN 50126 bis zur Betriebsbewilligung für den kommerziellen Probebetrieb.
• EP4 (Vorgesehen: 2026–2028): Einsatz von Swiss Pioneer Digital Freight Trains zur Erprobung im Betrieb. 1
• Deployment (ab 2028): Flächendeckende Umrüstung.
Die Projekte sind inhaltlich und zeitlich sequenziell miteinander verknüpft. Verzögerungen in EP3 führen zwangsläufig zu Verzögerungen in EP4 und somit auch im nationalen Deployment-Zeitplan.
Aufgrund organisatorischer Blockaden auf Ebene der Projektbeteiligten konnte EP3 im ersten Quartal 2025 nicht wie geplant gestartet werden. Damit ist das Erreichen der Deployment-Ziele ab 2028 gefährdet. Um diese Verzögerung zu überbrücken und die Zwischenzeit effektiv zu nutzen, wird ein eigenständiges „Entwicklungsprojekt System DAC+“ beantragt. Dieses Projekt übernimmt ausgewählte, organisatorisch weniger komplexe Aufgaben aus dem ursprünglichen EP3-Plan. Die dabei erarbeiteten Ergebnisse sollen dann nahtlos in das folgende geplante Folgeprojekt einfliessen und dessen Anlaufzeit verkürzen.
Ziel ist es, das zeitliche Risiko für das geplante Deployment zu minimieren und gleichzeitig den inhaltlichen Fortschritt sicherzustellen. Nach dem erfolgreichen Abschluss des EP2 sind weitere Erprobungen für die Entwicklung und Spezifikation von geeigneten Anforderungen an das System DAC+ notwendig. Dazu sollen die Komponenten des System DAC+ soweit als möglich im Labor getestet werden (ready to install), so dass sie später ohne Zeitverlust im Folgeprojekt auf dem DAC+ Testzug aufgebaut werden können, und dieser somit zur ersten Version des Swiss Pioneer Digital Freight Train ab Mitte 2026 ertüchtigt werden kann. Mit den Labortests werden Vorarbeiten geleistet für den eigentlichen Zulassungsprozess im Folgeprojekt.