In der Übersicht
Die Notwendigkeit des Projekts ergibt sich aus den vielfältigen, empirisch belegten Barrieren, die die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen in der Schweiz einschränken.
Ein besonderes Defizit liegt in der Unsichtbarkeit vieler Barrieren. Während bauliche Hürden vergleichsweise leicht identifizierbar sind, bleiben sensorische Überlastungen, Mikroaggressionen oder kognitive Anforderungen oft unbeachtet. Studien zeigen, dass insbesondere neurodivergente Menschen durch unvorhersehbare akustische und visuelle Reize oder fehlende Rückzugsmöglichkeiten systematisch ausgeschlossen werden (MacLennan et al., 2023; Trezzini et al., 2021). Auch psychosoziale Barrieren – etwa das Infragestellen unsichtbarer Behinderungen oder die Reduktion Betroffener auf ihre Einschränkungen – wirken tiefgreifend auf die gesellschaftliche Teilhabe. Der öffentliche Raum ist somit nicht nur durch physische Hindernisse, sondern ebenso durch unsichtbare Exklusionsmechanismen geprägt, die in der bisherigen Schweizer Behindertenpolitik bislang kaum systematisch berücksichtigt werden.
Das Projekt soll ein neuartiges, integriertes Verfahren entwickelt: von der niederschwelligen Erfassung über partizipative Co-Design-Szenarien bis hin zu einem «lebendigen Bericht», der sich selbst kontinuierlich aktualisiert und breit anschlussfähig ist.