In der Übersicht
Jede oberste Leitungsebene von Unternehmen – insbesondere von Betreibern kritischer Infrastrukturen (KRITIS) – trägt die Verantwortung, ihre Organisation resilient gegenüber Risiken zu machen. Der Bundesrat definiert kritische Infrastrukturen als jene Prozesse, Systeme und Einrichtungen, die essenziell für das Funktionieren der Wirtschaft sowie für das Wohlergehen der Bevölkerung in der Schweiz sind. Diese sind in neun Sektoren mit insgesamt 27 Teilsektoren gegliedert.
Unter der wissenschaftlichen Leitung der Hochschule Luzern (HSLU) mit dem Paul Scherrer Institut (PSI) als Forschungspartner, der Databoat AG (www.databoat.ch) als Hauptumsetzungspartner und weiteren neun KRITIS-Organisationen als Umsetzungspartner wird ein softwarebasierter Prototyp für ein Szenarien‑Management‑Tool entwickelt. Die bewusst branchen- und sektorübergreifende Zusammenarbeit entspricht den Vorgaben der nationalen Strategie des Bundesrates zum Schutz kritischer Infrastrukturen (SKI), die Zusammenarbeit, Resilienzsteigerung sowie szenarienbasiertes Denken und Handeln fordert.
Der entwickelte PoC ermöglicht es Verwaltungsräten und Geschäftsleitungen in KRITIS, relevante Szenarien daten‑ und stakeholderbasiert zu bewerten, zu priorisieren und die Resilienz ihrer Organisation messbar zu verbessern. Dazu integriert die Lösung eine branchenübergreifende Musterszenarien‑Datenbank, mögliche Bewältigungsmassnahmen sowie innovative mathematische Analyseverfahren, die vom PSI entwickelt werden. Gleichzeitig stellt die HSLU sicher, dass der Prototyp mit Schweizer Gesetzen und internationalen Normen konform ist.
Das Projekt stärkt die branchenübergreifende Zusammenarbeit von KRITIS‑Betreibern, setzt regulatorische Vorgaben – insbesondere die Strategie zum Schutz kritischer Infrastrukturen (SKI) – praktisch um und leistet einen Beitrag zur Entwicklung eines neuen Resilienzstandards für kritische Infrastrukturen in der Schweiz.