In der Übersicht
Dieses Forschungsprojekt untersucht, wie neue Technologien die kreative Praxis in der Schweizer Volksmusik und populären Musik verändern. Dabei verbindet es angewandte Forschung, künstlerische Praxis und Netzwerkbildung, um sowohl theoretische Erkenntnisse zu gewinnen als auch konkrete Impulse für die Praxis zu liefern. Digitale Technologien eröffnen einerseits neue kreative Möglichkeiten, verändern andererseits jedoch grundlegend die Bedingungen von Kreation, Distribution und Rezeption kultureller Artefakte. Gleichzeitig verschieben sich auch rechtliche und ökonomische Rahmenbedingungen. Diese Entwicklungen lassen sich im Konzept der Mediamorphose der Musik (Blaukopf, Smudits) verorten, dass die Wechselwirkungen zwischen technologischen Innovationen, gesellschaftlichem Wandel und künstlerischen Ausdrucksformen als kontinuierlichen Transformationsprozess beschreibt. Die Geschichte der Musikindustrie zeigt, dass technologische Umbrüche stets tiefgreifende Veränderungen von Produktionsweisen und Märkten nach sich ziehen, ein Prozess, der sich aktuell erneut beschleunigt.
Im Bereich der Schweizer Volksmusik bestehen bislang nur wenige wissenschaftliche und praktische Erkenntnisse zu diesen Entwicklungen. Erste Experimente im Rahmen des Festival Alpentöne in Kooperation mit der Hochschule Luzern zeigen jedoch, dass der Einsatz von künstlicher Intelligenz auch in diesem Kontext möglich ist. Trotz der kleinteiligen und regional geprägten Struktur von Volksmusik konnten sowohl KI-generierte Musikstücke als auch performative Interaktionen zwischen Musiker:innen und Maschine erfolgreich umgesetzt werden.
Vor diesem Hintergrund verfolgt das Projekt eine ganzheitliche Perspektive. Es untersucht, wie sich neue Technologien in der Schweizer Musiklandschaft, mit Fokus auf Volksmusik und populäre Musik, niederschlagen.