In der Übersicht
Dieses interdisziplinäre Projekt verbindet die Departemente Musik und Technik & Architektur, um ein wichtiges Gesundheitsthema anzugehen: die hohe Schallexposition, der angehende wie auch professionelle Musiker:innen ausgesetzt sind. Forschung zeigt, dass Musikstudierende einem deutlich erhöhten Risiko für frühzeitige Hörschäden ausgesetzt sind, gleichzeitig jedoch oft nur begrenzte Unterstützung erhalten, um dieses Risiko in ihrem täglichen Studien- und Arbeitsumfeld zu bewältigen. Da Musiker:innen in wechselnden Umgebungen arbeiten und die Abgrenzung zwischen privaten, arbeitsbezogenen und projektbezogenen Expositionen komplex ist, sind Zuständigkeiten für den Gehörschutz häufig unklar – was die Notwendigkeit individueller Sensibilisierung und praxisnaher Orientierung erhöht.
Wir untersuchen, wie Musikstudierende Lautheit und Klangqualität in Übe- und Probensituationen wahrnehmen und wie diese subjektiven Eindrücke mit objektiv gemessenen Schallpegeln zusammenhängen. Aufbauend auf Pilotmessungen am Departement Musik fasst das Projekt den aktuellen Forschungsstand zusammen, analysiert akustische Daten und entwickelt eine Umfrage, um psychoakustische und verhaltensbezogene Faktoren zu erfassen. Darüber hinaus erstellen wir zielgruppenspezifische Informationsmaterialien für Studierende, Lehrpersonen und die Hochschulleitung.
Das Projekt bildet die Grundlage für einen umfassenderen Förderantrag beim Schweizerischen Nationalfonds (SNF). Ziel dieses zukünftigen Projekts ist es zu untersuchen, wann und warum Schallexposition kritisch wird, wie Gehörschutz das Risiko reduzieren kann und wie Musiker:innen darin unterstützt werden können, individuell angepassten Gehörschutz regelmässig und mit Vertrauen zu nutzen.
Langfristig soll diese Zusammenarbeit nachhaltige Praktiken zur Hörgesundheit unter Musiker:innen fördern und das institutionelle Bewusstsein für Massnahmen des Schallschutzes in der musikalischen Ausbildung stärken.