In der Übersicht
In diesem Forschungsprojekt geht es um einfache Lüftungskonzepte und Lüftungsanlagen in Bürogebäuden. Ziel ist es herauszufinden, wie sich diese einfachen Lüftungskonzepte in der Praxis bewähren und Planungshinweise für Büro- und Verwaltungsgebäude zu geben. Dazu werden zehn Gebäude mittels Gebäudebegehungen, im Winter und Sommer mit jeweils einer Befragung der Benutzenden sowie gleichzeitigen Kurz- und Langzeitmessungen in acht Räumen (vier Gebäude) untersucht. Ergänzt werden diese Untersuchungen mit Berechnungen der Grauen Treibhausgasemissionen (THGE), um Aussagen zum Einsparungspotential von low-tech Lüftungen im Vergleich zu Standardlüftungsanlagen machen zu können. Alle zehn Gebäude weisen eine reduzierte, oder keine mechanische Lüftungstechnik auf. Die vier Messgebäude werden allesamt über manuell oder automatisch betriebene Fenster belüftet. In allen Messgebäuden, vor allem in den Grossraumbüros, ist die Belegung eher tief, wodurch die von der Belegung abhängigen Lüftungswärmeverluste die Standardwerte unterschreiten. Bei der Befragung von 553 Benutzenden gibt es insgesamt grosse Unterschiede zwischen den Gebäuden. Dies betrifft auch die Messgebäude, von denen ein Gebäude und ein Gebäudeteil in vielen Aspekten positiver bewertet werden als die anderen Gebäude, ein Gebäude und ein Gebäudeteil sind im Mittelfeld und ein Gebäude wird weniger gut bewertet. Beim Vergleich zwischen Sommer und Winter zeigt sich, dass in allen Gebäuden vor allem die Raumlufttemperatur und Störungen durch Lärm von aussen signifikant unterschiedlich bewertet werden. Dabei empfinden im Winter rund 41 % der Befragten die Raumtemperatur als «etwas zu kalt» oder «zu kalt», 50 % finden es angenehm. Im Sommer ist es 64 % der Befragten «etwas zu warm» oder «zu warm», ein Drittel findet die Raumtemperatur angenehm. Die Messungen zeigen, dass im Winter der thermische Komfort und die Raumlufttemperatur innerhalb von Kategorie I (hohes Mass an Erwartungen, MaE) oder II (mittleres MaE) liegen. Im Sommer ist die Spannweite mit Messergebnissen in Kategorie I bis III (moderates MaE) grösser. Lärm von aussen wird von 78 % der Befragten im Winter «nie» oder «selten» als Störung wahrgenommen, im Sommer geben dies nur 42 % an. Mit der Luftqualität sind 60 % aller Befragten «etwas zufrieden» oder «zufrieden», im Sommer sind dies nur 40 %. Die Messergebnisse zeigen eine umgekehrte Tendenz mit Werten in Kategorie I bis II im Winter und besseren Werten in Kategorie I im Sommer.