In der Übersicht
Forschende der Hochschule Luzern untersuchen, wie gesundheitsförderliche Ernährungsentscheidungen, die während eines Kur-, Reha- oder Wellnessaufenthalts angestossen werden, auch nach der Rückkehr in den Alltag bestehen bleiben können. Gerade vor dem Hintergrund des demografischen Wandel und der Zunahme nichtübertragbarer Krankheiten, wie Bluthochdruck oder Diabetes, gewinnen präventive Massnahmen, wie eine gesunde Ernährung, zunehmend an Bedeutung. Politische Strategien wie die «Gesundheitspolitische Strategie 2020–2030» des BAG betonen die Notwendigkeit wirksamer und kosteneffizienter Präventionsansätze.
Das Projekt setzt bei sogenannten Nudges an – kleinen Veränderungen in der Entscheidungsumgebung, die Menschen zu gesünderen Wahlmöglichkeiten führen, ohne ihnen etwas vorzuschreiben. Beispiele sind die hervorgehobene Platzierung gesunder Gerichte oder einfache, verständliche Hinweise auf deren Vorteile. Während die kurzfristige Wirksamkeit von Nudges bereits mehrfach untersucht und nachgewiesen werden konnte, bleibt unklar, wie gesunde Verhaltensweisen langfristig stabilisiert werden können. Hier setzt der weiterentwickelte Ansatz "Nudge Plus" an, der Nudges durch Reflexions- oder Informationselemente ergänzt, die Menschen zusätzlich zum Nachdenken über ihre Entscheidung anregen und dadurch zu langfristigen Verhaltensveränderungen führen sollen.
Konkret entwickelt das interdisziplinäre Forschungsteam aus Verhaltensökonomie, Gesundheitstourismus und Informatik ein Konzept, wie solche Nudge-Plus-Interventionen digital in bestehende Post-Stay-Kanäle von Praxispartner:innen integriert werden können – etwa über E-Mails, Newsletter, Patientenportale oder Apps. Ziel ist es, Patient:innen nach dem Aufenthalt mit personalisierten, alltagsnahen Impulsen zu begleiten, beispielsweise durch Erinnerungshinweise, einfache Zielvereinbarungen oder kurze Reflexionsfragen zur Ernährung.