In der Übersicht
Wohnräume in der sommerlichen Hitze kühl zu halten, wird vermehrt zur Herausforderung für Bewohnende. Das Projekt entwickelt architektonische Lösungsansätze für klimaangepasste Geschosswohnungen, die insbesondere für die Herausforderungen der heissen Sommertage konzipiert sind. Anstatt die Innenräume vom Aussenklima abzukapseln, werden baulichen Methoden aufgezeigt, die Schatten und Luft als zentrales Gestaltungselement einbeziehen.
Im Zentrum der Forschung steht die Entwicklung von Prinzipien für Geschosswohnungen, welche eine natürliche und kühlende Luftzirkulation fördern und sich mit der Umwelt verbinden. Dafür werden verschiedene Raumanordnungen, Raumproportionen, Raumhöhen und -dimensionen, flexible und durchlässige Innenwände und schattenspendende Elemente zur Unterstützung der Luftzirkulation und Luftkühlung erforscht. Zusätzlich wird analysiert, wie die Nutzungsflexibilität der Räume die thermische Behaglichkeit unterstützt. Des Weiteren werden Konzepte für Low-Tech-Lösungen entwickelt, die das Raumklima nicht einheitlich regulieren, sondern entsprechend den Anforderungen der jeweiligen Wohntätigkeiten und individuellen Bedürfnissen eine lokale Wirkung zu Peak-Zeiten (kühlend oder wärmend) erzielen. Für die Materialisierung der Innenräume wird anhand der bauphysikalischen Eigenschaften (Wärmekapazität, Luftfeuchtigkeitsregulation, Reflexionsgrad, etc.) ein Materialkatalog erstellt mit Ergebnissen zur thermischen Behaglichkeit im jahreszeitlichen Verlauf. Zusätzlich sind die Materialien hinsichtlich ihrer Eignung im innenarchitektonischen Kontext evaluiert. Neben den ökologischen Vorteilen wird auch der ökonomische Mehrwert aufgezeigt, indem eine quantitative Grundlage für die ökonomische Bewertung der entwickelten Low-Tech-Lösungen geschaffen.
Das Projekt ist dem IDN-Fokusthema «Wohnen & Nachhaltigkeit» zugewiesen.