In der Übersicht
Aufbauend auf den empirischen Ergebnissen und der qualitativen Methodik der Dissertation von Prof. Dr. Michael Derrer (2020–2024) analysiert das Projekt die Dynamiken von Korruption und informeller Governance in der Ukraine seit Beginn des russischen Angriffskriegs im Jahr 2022. Im Zentrum steht die Frage, wie sich Kriegsbedingungen, massive internationale Unterstützung und beschleunigte Verwaltungsprozesse auf korrupte Praktiken, Anreizstrukturen und institutionelle Verwundbarkeiten auswirken.
Ziel des Projekts ist es, differenzierte, empirisch fundierte Handlungsempfehlungen für Schweizer Unterstützungs- und Wiederaufbauprojekte zu erarbeiten. Dazu werden bewusst kleinräumige, zivilgesellschaftlich verankerte Grassroots-Initiativen systematisch mit grossvolumigen staatlichen Programmen verglichen. Dieser kontrastive Ansatz ermöglicht es, die Wirksamkeit unterschiedlicher Interventionslogiken zu bewerten und jene institutionellen, organisatorischen und sozialen Faktoren zu identifizieren, die korrupte Mechanismen begünstigen, begrenzen oder transformieren.
Auf dieser Grundlage sollen praxisnahe Leitlinien für die Konzeption, Steuerung und Kontrolle von Schweizer Projekten entwickelt werden, die sowohl Governance-Risiken minimieren als auch lokale Handlungsspielräume, Vertrauen und institutionelle Resilienz nachhaltig stärken.