In der Übersicht
Abstract
Über Jahrzehnte hinweg zeigen sich zentrale Verkehrskennziffern wie Weghäufigkeit und Reisezeitbudget in der Schweiz weitgehend konstant, während die zurückgelegte durchschnittliche Tagesdistanz deutlich variabler ist und bis zur Jahrtausendwende stetig angestiegen ist. Bisherige Untersuchungen dieser «Konstanten» sind jedoch stark aggregiert. Das Projekt untersucht, welche kompensatorische Effekte und Zusammenhänge hinter den vermeintlich konstanten Kennziffern liegen und arbeitet den Grad der Stabilität systematisch auf. Für eine Umsetzung in der Verkehrsplanung bedarf es einer Differenzierung nach Saisonalität, Raumtypen, Verkehrszwecken und Personengruppen. Es ist zudem unklar, welche Rolle Rebound- und Substitutionseffekte sich auf die Stabilität der Kennziffern auswirken. Um diese Wissenslücken der Verkehrsplanung zu schliessen, werden im Projekt anhand des schweizerischen Mikrozensus Mobilität und Verkehr Zeitreihendaten analysiert, um anschliessend in einem iterativen Prozess ein Wirkungsmodell zu erarbeiten. Ziel ist damit die Grundlage für einen verkehrsplanerischen «Werkzeugkasten» zu legen, der Verkehrsinfrastrukturausbau und ihre Rebound- und Substitutionseffekte gezielt in die Verkehrsplanung einordnet.