Der Vortrag befasst sich damit, wie grosse Sprachmodelle (LLMs) grundlegende Konzepte in Literatur und Schriftstellerei verändern, indem sie die Grenzen zwischen menschlicher und maschineller Autorschaft aktiv neu definieren.
Er untersucht, wie kreatives Schreiben mit künstlicher Intelligenz etablierte Vorstellungen von Autorschaft, Kreativität und Originalität aufbricht. Während digitale Literatur konzeptionelle Ansätze wie kollaborative und prozessorientierte Schreibpraktiken bietet, zeigt sich das Gegenteil in den wachsenden Bereichen von AI Slop und AI Pulp – massenhaft produzierte Texte ohne erkennbare narrative Absicht, die mittlerweile auf digitalen Plattformen weit verbreitet sind.
Dr. Jenifer Becker ist eine in Berlin lebende Autorin und Literaturwissenschaftlerin. Sie studierte Journalismus und Kreatives Schreiben und arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Hildesheim. 2021 schloss sie ihre Promotion über narrative Strukturen in der postfeministischen Literatur ab. Ihre Forschungsschwerpunkte umfassen Schreibpraktiken, Digitalität, KI-Schreibwerkzeuge, Gender Studies und Populärkultur. In ihrem literarischen Schaffen beschäftigt sie sich mit KI-generierter Prosa. Ihr Debütroman, Zeiten der Langeweile, erschien 2023 bei Hanser Berlin.