Dieser Vortrag basiert auf Erkenntnissen, die im Rahmen eines Forschungsseminars am Institut für Kunst- und Kulturwissenschaften der Universität Kopenhagen im Jahr 2024 gewonnen wurden, an dem Künstler*innen und Forscher*innen teilnahmen, die sich mit generativer KI (GenAI) befassen. Er schlägt einen Rahmen zur Kategorisierung künstlerischer Ansätze für die kritische Auseinandersetzung mit und an GenAI vor, der drei Koordinaten hervorbringt: KI-Imaginäre, KI-Dekonstruktionen und KI-Enthüllungen. Anstatt von einer bloßen Reproduktion der Ästhetik auszugehen, die den zugrunde liegenden Trainingsdatensätzen bereits innewohnt, untersucht der Rahmen die Frage, wie künstlerische Praktiken sich kritisch mit GenAI auseinandersetzen können. Das Forschungsseminar sowie die aus dessen Ergebnissen abgeleitete Arbeit – auf der dieser Vortrag basiert – wurden von Mick With Berland, Daniel Irrgang und Tanya Ravn Ag koordiniert und gemeinsam verfasst.
Daniel Irrgang ist Wissenschaftler im Bereich Medien, Kunst und Kultur mit einem Schwerpunkt auf der Inszenierung von Wissen, z. B. in Ausstellungen, diagrammatischen Darstellungen oder algorithmischen Praktiken in Kunst und Design. Seine aktuellen Forschungsschwerpunkte liegen auf Präsentations- und Repräsentationsstrategien in der Klimaforschung sowie auf Strukturen der Ungleichheit (algorithmisch, technisch, praktisch) im digitalen Bereich. Er ist Postdoktorand im Rahmen der Forschungsinitiative „Climate Futures in Digital Cultures“ an der Leuphana Universität Lüneburg und ist dem Bereich „Design, Diversity und New Commons“ am Weizenbaum-Institut für die vernetzte Gesellschaft in Berlin angegliedert.