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  4. Wie Schweizer Banken die IT-Kosten senken wollen
10. Juni 2026

Wie Schweizer Banken die IT-Kosten senken wollen

Der Druck auf die IT-Budgets der Schweizer Retailbanken ist hoch. 90 Prozent setzen daher auf Automatisierung, 86 Prozent auf Kooperationen und gemeinsame Plattformen. Lediglich für 40 Prozent der Schweizer Retailbanken kommt der Abbau von Personal in Frage. Zu diesen Erkenntnissen kommt eine aktuelle Studie der Hochschule Luzern.  

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Forschende des Instituts für Finanzdienstleistungen Zug IFZ der Hochschule Luzern (HSLU) haben 42 Schweizer Retailbanken nach den grössten Herausforderungen im IT-Sourcing befragt. Für die Banken stehen die Kosten klar an erster Stelle: Zwei Drittel der befragten Institute schätzen die Herausforderung als sehr gross, ein Drittel als gross ein. In der Folge wurde auch erhoben, welche Massnahmen die Banken zur Senkung der IT-Betriebskosten einsetzen möchten. Die Ergebnisse zeichnen ein klares Bild: Kostensenkungen werden fast ausnahmslos über operative Hebel angestrebt – und nicht über tiefgreifende strukturelle Einschnitte wie Personalabbau.

Effizienz und Kooperation als Haupthebel

Um die Budgets zu entlasten, setzen Banken am häufigsten auf Prozessoptimierung und Automatisierung (90%) sowie auf Kooperationen und gemeinsame Plattformen mit anderen Banken und Dienstleistern (86%). Auffällig ist dabei, dass Kooperationen fast denselben Stellenwert erreichen wie Automatisierung. «Kostensenkungen werden nicht nur technologisch, sondern auch über gemeinsame Infrastrukturen und Skaleneffekte gesucht», sagt Co-Studienautor Dr. Thomas Fischer von der HSLU. Auch die Vereinfachung und Standardisierung der IT-Landschaft ist ein beliebtes Mittel (64%), um Kosten einzusparen (vgl. Abbildung 1). 

Massnahmen Schweizer Banken zur Reduktion von IT-Betriebskosten

Massnahmen Schweizer Banken zur Reduktion von IT-Betriebskosten. (Zum Vergrössern klicken)

Personalabbau spielt eine untergeordnete Rolle

Bemerkenswert ist, dass Personalabbau lediglich von 40 Prozent der Banken als Massnahme zur Senkung der IT-Betriebskosten genannt wird. Ebenso viele Banken nennen den Einsatz von Künstlicher Intelligenz als Kostensenkungsmassnahme. Das deutet darauf hin, dass Banken Kostensenkungen gemäss eigener Einschätzung eher über optimierte Prozesse und Strukturen anstreben als über reinen Personalabbau. «Die Banken setzen beim Kostendruck zuerst auf Effizienzsteigerung im bestehenden Betrieb und weniger auf radikale Strukturveränderungen», so Fischer. Auch die Nutzung von Cloud-Services (36%) und der Ausbau von Sourcing-Partnerschaften (33%) spielen eine eher ergänzende Rolle.

Ausblick: Strukturwandel ohne Kahlschlag  

Die Ergebnisse zeigen, dass Bankinstitute den Kostendruck als grösste Herausforderung sehen. Gleichzeitig wird aber mit Bedacht und Kontinuität reagiert. Keines der befragten Institute überlässt das Thema dem Zufall: «Jede Bank arbeitet mit konkreten Initiativen an ihrer Effizienz und ist bemüht, die IT-Betriebskosten im Griff zu halten», betont Fischer. «Entscheidend ist, dass dieser Prozess langfristig gedacht wird – über Kooperationen, schlankere IT-Landschaften und schrittweise Automatisierung, nicht über schnelle Einschnitte.» 

IFZ Studie Bank-IT und Sourcing 2026 
Bereits zum achten Mal hat das Institut für Finanzdienstleistungen Zug IFZ den Status quo im Sourcing von Schweizer Retailbanken erhoben. Die Studie deckt nicht nur Themen wie die Auslagerung von Backoffice-Tätigkeiten oder den Fremdbezug von IT-Leistungen ab, vielmehr werden auch aktuelle Themen behandelt. Dieses Jahr liegt der Schwerpunkt darauf, wieweit Retailbanken bei der Transformation ihrer Kernprozesse sind, welche Kernprozesse bereits digitalisiert oder digital unterstützt werden und welche Rolle Sourcing, Künstliche Intelligenz und Daten bei dieser Transformation spielen. 

Kategorie: Medienmitteilung
Wirtschaft, Institut für Finanzdienstleistungen Zug (IFZ)
Themen: Banking, Wirtschaft

Download

  • IFZ Studie Bank IT und Sourcing 2026 

Dr. Thomas Fischer

Dozent

+41 41 228 42 36

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