In der Übersicht
Ein Teil der Schweizer Bevölkerung hat Schwierigkeiten, sich im Gesundheitssystem zurechtzufinden. Diese Herausforderungen sind eng mit sozioökonomischen Faktoren verknüpft und unterstreichen die Bedeutung der organisationalen Gesundheitskompetenz (OGK). OGK zielt darauf ab, Organisationen so zu gestalten, dass Menschen verständliche Informationen erhalten, geeignete Angebote finden und fundierte Entscheidungen treffen können. Eine zentrale Voraussetzung hierfür sind tragfähige Kooperationen zwischen Gesundheits- und Sozialorganisationen. Trotz ihrer hohen Relevanz besteht bislang nur begrenzte Evidenz darüber, wie solche Netzwerke nachhaltig gestaltet und gestärkt werden können.
Das Forschungsprojekt «Organisationale Netzwerke als Navigationshilfe im Gesundheitssystem für vulnerable Bevölkerungsgruppen» (2025–2027) untersucht deshalb die Netzwerkstrukturen, Kooperationsformen und Rahmenbedingungen der Zusammenarbeit zwischen Gesundheits- und Sozialorganisationen im Raum Luzern. Im Fokus stehen sozialberatende Organisationen und Gesundheitsversorger im Einzugsgebiet der LUKS-Gruppe. Methodisch kombiniert das Projekt qualitative Experteninterviews mit einer organisationalen Netzwerkanalyse (ONA), um zentrale Akteure, Kooperationsmuster, Netzwerkdichte sowie strukturelle Herausforderungen zu identifizieren.
Das beantragte Disseminationsprojekt stellt den Wissenstransfer der Forschungsergebnisse in Praxis, Politik und Wissenschaft sicher. Kernstück ist ein Stakeholder-Dialog, in dem die Ergebnisse gemeinsam mit Akteuren aus Gesundheits- und Sozialwesen validiert und in praxisnahe Handlungsempfehlungen überführt werden. Ergänzend wird ein Policy Brief im Rahmen des Swiss Health Learning Systems erstellt sowie die Ergebnisse über Fachmedien kommuniziert.
Das Forschungsprojekt wird in Kooperation mit der Universität Luzern, Fakultät Gesundheitswissenschaften und Medizin, durchgeführt.