Overview
Im Nachgang zur erfolgreichen Aufnahme durch die UNESCO gilt es, die im Kandidaturdossier verankerten Massnahmen nachhaltig zu festigen. Die vorangegangenen Projekte des «Jodelforums» (2024–2026) schufen Grundlagen für konkrete Umsetzungen und erste Pilotanwendungen in zentralen Handlungsfeldern. Diese betreffen die Sensibilisierung einer breiten Öffentlichkeit sowie spezifische Herausforderungen in der Weitergabe, Vermittlung und Zugänglichkeit des Jodelns. Darauf aufbauend werden drei Stossrichtungen weiterentwickelt.
Erstens soll eine interaktive, digitale Jodellandkarte entwickelt werden, die Akteur:innen der Jodelszene, Verbände, Institutionen und Privatpersonen, die das Jodeln fördern, verzeichnet und geografisch verortet. Diese digitale Vernetzung verfolgt das Ziel, die Sichtbarkeit der Tradition zu erhöhen und den direkten Austausch zwischen den Trägerschaften zu unterstützen.
Zweitens werden Tonaufnahmen aus dem Archiv des Eidgenössischen Jodlerverbands im Format von «listening sessions» vermittelt, so dass die musikalische Verbandsgeschichte erlebbar wird. Dabei können Jodlerinnen und Jodler, die bei Konzertaufnahmen von Jodlerfesten aus den 1960er bis 1980er Jahren gegenwärtig waren, diese nach Jahrzehnten wieder hören und ihre Erinnerungen an damals wachrufen. Durch Erzählungen zum Erlebten wird die Geschichte dabei auch für Hörer:innen jüngerer Generationen lebendig.
Drittens möchten wir mit dem «Jodelnden Klassenzimmer» Primarschulkindern einen Kontakt mit dem Jodeln ermöglichen. Dazu werden in der aktuellen Phase didaktische Ressourcen getestet und aufbereitet. Langfristig sollen sie als mögliche Grundlage dienen, um das Jodeln im Schulalltag punktuell erlebbar zu machen. Insgesamt stossen die Ergebnisse des Projekts konkrete Umsetzungen an, die zur Bewahrung und Weiterentwicklung des Jodelns in der Schweiz beitragen.