Overview
Legionellosen stellen insbesondere für ältere und immungeschwächte Personen eine relevante gesundheitliche Gefährdung dar. Alters- und Pflegeheime weisen aufgrund komplexer Trinkwasserinstallationen und vulnerabler Bewohner ein erhöhtes Risiko auf. Gleichzeitig basiert die gesetzliche Kontrolle in der Schweiz primär auf der Kultivierung nach ISO 11731, die erst nach mehreren Tagen Ergebnisse liefert und potenziell nicht alle relevanten Legionellen erfasst.
Das interdisziplinäre Pilotprojekt untersucht drei miteinander verknüpfte Aspekte der Legionellenprävention in Alters- und Pflegeheimen: Erstens wird die PCR als schnellere und sensitivere Nachweismethode im Vergleich zur Standardkultivierung untersucht. Zweitens werden neben Duschen weitere potenzielle Expositions- und Infektionsquellen, beispielsweise Wasserhähne und Luftbefeuchter, systematisch erfasst und untersucht. Drittens wird explorativ betrachtet, welchen Beitrag APN-/Pflegeexpert bzw. vergleichbare pflegefachliche Strukturen zur Verankerung von Infektionsprävention und -kontrolle sowie zum Legionellenrisikomanagement leisten können.
Hierzu werden maximal vier Alters- und Pflegeheime einbezogen. Gebäudetechnische, mikrobiologische und pflegeorganisatorische Daten werden miteinander verknüpft und deskriptiv ausgewertet. Die Ergebnisse sollen eine methodische und konzeptionelle Grundlage für eine weiterführende Studie schaffen und zur Entwicklung praxisnaher Strategien für eine nachhaltige Legionellenprävention in der Langzeitpflege beitragen.