Overview
Studien zeigen, dass die Qualität der gebauten Umwelt gesteigert werden kann, wenn Auftraggeber:innen und Endnutzer:innen frühzeitig und aktiv in Entwurfsprozesse eingebunden werden. Nutzer:innen verfügen zwar über keine architektonische Expertise, bringen jedoch wertvolles Wissen über ihre Lebens- und Arbeitsweisen ein. Gleichzeitig ist belegt, dass die Einflussmöglichkeiten von Bauherrschaften in frühen Entwurfsphasen am grössten sind und im weiteren Projektverlauf deutlich abnehmen. Eine frühe, informierte Beteiligung gilt daher als zentraler Hebel für Nutzungsqualität, Zufriedenheit zukünftiger Nutzer:innen und die Reduktion späterer baulicher Korrekturen.
Im digitalen Entwurfsprozess von Innenräumen fehlt bislang eine geeignete Bildsprache, um Raumwahrnehmung und Raumatmosphäre für Laien sicht- und erlebbar zu machen. Zwar kommen breit einsetzbare digitale Werkzeuge zum Einsatz, diese fokussieren jedoch primär auf objektiv messbare Faktoren. Entsprechend basieren frühe Entscheide meist auf technisch anmutenden Darstellungen wie 2D-Plänen oder 3D-Viewern. Weiche, atmosphärische Qualitäten – etwa räumlicher Charakter, Lichtwirkung oder Aufenthaltsqualität – bleiben dabei visuell, methodisch und prozessual weitgehend vom CAD-/BIM-Workflow abgekoppelt. Punktuell eingesetzte fotorealistische Renderings oder immersive Medien sind nicht in den iterativen Arbeitsprozess integriert und erlauben kaum eine aktive Mitwirkung von Laien.
Ziel des Projekts ist es, auf Basis bestehender Entwurfstechnologien eine Darstellungsform zu entwickeln, mit der Raumatmosphäre bereits in frühen Entwurfsphasen erlebbar und verhandelbar wird. Die Bildsprache soll einfach in das zentrale Arbeitsinstrument integrierbar sein, Designiterationen unterstützen und Laien eine aktive, informierte Mitwirkung ermöglichen.