Overview
Der Vorschlag zur Berechnung kommunaler Lasten basiert auf einem Zentrum-Peripherie-Ansatz, der strukturell bedingte Mehraufwände sowohl in Zentren als auch in peripheren Gemeinden erfasst. Die Gemeindeaufwände werden in vier Gruppen unterteilt: Grundlasten, strukturell bedingte Lasten der Enge und Weite, weitere demografisch oder topografisch bedingte Zusatzkosten sowie den sogenannten Wahlbedarf. Aus den strukturell bedingten Lasten werden mittels eines Benchmarks die Sonderlasten berechnet, die als Basis für Ausgleichszahlungen dienen. Zur Quantifizierung kommt ein Regressionsmodell zum Einsatz, das als abhängige Variable den Nettoaufwand pro Einwohnerin und Einwohner verwendet. Die Zentrum-Peripherie-Dimension wird durch die Bevölkerungsdichte der produktiven Fläche nicht-linear abgebildet. Ergänzend werden der Einfluss der Höhenlage der Gemeinden sowie von weiteren Faktoren getestet. Als Kontrollvariablen dienen Ressourcenpotenzial, finanzpolitische Ausrichtung und der Zweitwohnungsanteil. Das Modell erklärt rund 75 Prozent (R²) der Varianz des Nettoaufwands der Gemeinden. Die strukturellen Indikatoren inklusive der Grundlasten erklären 32 Prozent des tatsächlichen Nettoaufwands der Gemeinden. Unter Einbezug aller Kontrollvariablen steigt die Erklärungsrate auf 93 Prozent. Die Schätzungen stützen sich auf Paneldaten der Gemeindefinanzstatistik 2019–2023.