Overview
Abstract
CO₂-Messgeräte werden in Schulen, Büros und weiteren Innenräumen eingesetzt, um die Raumluftqualität sichtbar zu machen und Nutzende beim manuellen Lüften zu unterstützen. Die Studie untersuchte, wie zuverlässig handelsübliche mobile CO₂-Messgeräte diese Aufgabe erfüllen und welche Faktoren die Messgenauigkeit beeinflussen.
Messverfahren und Untersuchungsansatz
Untersucht wurden 13 kommerziell erhältliche Gerätetypen mit insgesamt 37 Einzelgeräten. Die Messgenauigkeit wurde unter kontrollierten Laborbedingungen mit definierten CO₂-Referenzkonzentrationen von 400, 1000, 1500 und 2000 ppm geprüft. Zusätzlich wurde untersucht, wie Temperatur und relative Luftfeuchte die angezeigten CO₂-Werte beeinflussen. Bewertet wurden die Abweichungen der Geräteanzeigen gegenüber Referenzgasen beziehungsweise einem kalibrierten Referenzmessgerät.
Zentrale Erkenntnisse
- Die Messgenauigkeit unterscheidet sich deutlich zwischen den geprüften Gerätetypen
- Vier Gerätetypen lagen bei allen geprüften Konzentrationen innerhalb des festgelegten Toleranzbandes von ±10 %
- Alle getesteten Geräte leiteten die Nutzenden grundsätzlich zu genügend manuellem Lüften an
- Einzelne Gerätetypen zeigten jedoch systematisch zu hohe CO₂-Werte an. Dadurch kann ein zu hoher Lüftungsbedarf suggeriert werden
- Die Messabweichung ist teilweise konzentrationsabhängig; eine Justierung sollte deshalb mindestens bei zwei Konzentrationen erfolgen
- Im üblichen Temperatur- und Feuchtebereich von Innenräumen in Mitteleuropa kompensierten die Geräte entsprechende Einflüsse weitgehend gut
Bedeutung für die Praxis
Die Ergebnisse zeigen, dass CO₂-Messgeräte ein sinnvolles Hilfsmittel für bedarfsgerechtes Lüften sein können, ihre Aussagekraft jedoch von Gerätequalität, Inbetriebnahme, Einstellungen und Aufstellort abhängt. Zu hohe Messwerte können zu unnötigem Lüften führen und damit Energieverbrauch und Raumkomfort beeinträchtigen. Für Nutzende sind daher verständliche Anzeigen, sinnvoll eingestellte Alarme und eine korrekte Platzierung im Raum entscheidend. Für Hersteller und Normengremien zeigt die Studie zudem, dass bestehende Prüfverfahren präzisiert und an neuere Sensortechnologien angepasst werden sollten.