Overview
Im Kanton Luzern liegen Baubewilligungen grundsätzlich in der Zuständigkeit der Gemeinden; die Dienststelle Raum und Wirtschaft (rawi) prüft in Abstimmung mit kantonalen Fachstellen die Einhaltung kantonaler Vorgaben und leitet ihren Entscheid an die kommunalen Behörden weiter. In den letzten Jahren war die Dauer von Baugesuchen bis zur Bewilligung – insbesondere bei Wohnbauprojekten – umstritten. Viele Gemeinden können die in der Planungs- und Bauverordnung vorgesehenen Fristen (vereinfacht: 80% innert 25 Arbeitstagen; ordentlich: 80% innert 40 Arbeitstagen) nicht einhalten. Gründe und Lösungsansätze werden politisch kontrovers diskutiert; neben einer teilweisen oder vollständigen Auslagerung an private Anbieter wird insbesondere die Weiterentwicklung regionaler Bauämter bzw. regionaler Baubewilligungszentren (RBZ) als Alternative genannt.
Vor diesem Hintergrund verfolgt das Mandat zwei Ziele: (1) eine systematische Erhebung des Ist-Zustands der Baugesuchbearbeitung in allen 79 Luzerner Gemeinden und (2) die Erfassung der Haltung der Gemeinden zur Weiterentwicklung der Baubewilligungsverfahren (Soll-Zustand), einschliesslich Erwartungen an den Kanton sowie Einschätzungen zu möglichen Kooperations- und Organisationsmodellen. Die Ist-Analyse erfolgt entlang vorgegebener Dimensionen: Ressourcen (quantitativ und qualitativ), Organisation (u.a. Baukommission, eigene Bauverwaltung, regionales Bauamt, Auslagerung) sowie Kundenorientierung (Erreichbarkeit, Informations- und Beratungsangebote, Serviceleistungen). Aufbauend darauf werden Einschätzungen der Gemeinden zu Qualität, Effizienz, Rechtssicherheit und Fristen, zu Unterstützungsbedarfen gegenüber dem Kanton (z.B. Fachsupport, Standardisierung, digitale Hilfsmittel, Koordination) sowie zu Chancen und Risiken verschiedener Modelle erhoben.
Methodisch basiert das Projekt auf einer standardisierten, quantitativen Online-Befragung (Vollerhebung) in allen Gemeinden. Die Auswertung erfolgt mittels deskriptiver Statistik (Häufigkeiten, Kennzahlen) und tabellarischer Aufbereitung nach relevanten Gruppen (z.B. Organisationsform, Gemeindegrösse); offene Antworten werden in einer kompakten qualitativen Inhaltsanalyse verdichtet.
Die Resultate werden in einem Kurzbericht zusammengeführt (Methodik, Rücklauf, zentrale Befunde je Dimension, Schlussfolgerungen), anonymisiert und aggregiert dargestellt. Damit schafft das Mandat eine faktenbasierte Grundlage, um bestehende Strukturen zu überprüfen und – wo sinnvoll – Kooperationsmodelle wie regionale Bauämter/RBZ weiterzuentwickeln oder neu zu gestalten.