Bis 2080 wird erwartet, dass die globalen Permafrostgebiete um etwa einen Drittel zurückgehen. Dieser Rückgang, eine direkte Folge des Klimawandels, stellt uns vor grosse Herausforderungen: Permafrost ist ein Erbe vergangener Eiszeiten, und schnelle Gegenmassnahmen gegen diesen Rückgang sind nicht möglich. Einmal geschmolzen, ist der Prozess irreversibel. Auswirkungen davon sind bereits heute spürbar und zeichnen sich durch vermehrte Felsstürze und Murgänge im Gebirge und durch das Herabsenken des Bodens in der Tundra ab. Unsichtbar, aber ebenso gravierend ist die Freisetzung von Kohlendioxid und Methan beim Auftauen. Diese Treibhausgase belasten das Erdklima und führen zu einem positiven Rückkopplungseffekt. Die Freisetzung beschleunigt das Auftauen der Permafrostböden weiter, wodurch wiederum immer grössere Mengen an Kohlendioxid und Methan in die Atmosphäre gelangen.
Um das Bewusstsein für den Schmelzprozess und seine Folgen zu schärfen, setzt das Projekt «Permalost» auf eine interaktive Datenvisualisierung. Ein narrativer Einstieg führt die Betrachter:innen einmal rund um den Globus – von jüngeren, lokalen Ereignissen wie dem Felsstutz in Bondo, Graubünden zu den Thermokarstseen in Atqasuk, Alaska. Dabei werden zentrale Begriffe wie Permafrost oder Auftauschicht erläutert und veranschaulicht. In einem zweiten Teil lädt eine interaktive Datenvisualisierung zum selbstständigen Erkunden des globalen Permafrosts ein und zeigt anhand verschiedener Klimamodelle die Entwicklungen bis 2100.