Der Arbeitsmarkt unterliegt allerdings – wie viele andere Lebensbereiche – einem sich beschleunigenden Wandel. Der Soziologe Hartmut Rosa spricht in diesem Zusammenhang von einer strukturellen Beschleunigungsdynamik moderner Gesellschaften, die mit Erfahrungen von Entfremdung und Kontrollverlust einhergeht. Zahlreiche Studien thematisieren in diesem Kontext die potenzielle Substitution bestimmter Berufsbilder, insbesondere im Zuge technologischer Entwicklungen. Die Debatten rund um die Folgen der künstlichen Intelligenz verschärfen diese Diskussion zusätzlich.
Vor dem Hintergrund eines sich rasant wandelnden Arbeitsmarktes stellt sich für uns als Individuen die Frage, wie wir mit diesen Veränderungen umgehen können. Sind wir letztlich Produkte mit einem Ablaufdatum? Oder gelingt es uns, durch kontinuierliche Weiterbildung, gezielte Kompetenzentwicklung oder bewusste Selbstvermarktung im Arbeitsmarkt zu behaupten?
Gleichzeitig müssen wir uns fragen, auf welche gesellschaftlichen und institutionellen Strukturen der Arbeitsintegration wir zurückgreifen können, wenn wir den Arbeitsmarkt – sei es freiwillig oder unfreiwillig – verlassen haben und nun wieder eintreten wollen. Unterstützen uns die bestehenden Strukturen dabei, wieder Fuss zu fassen? Sind sie mit der zunehmenden Beschleunigung und Komplexität des Wandels kompatibel? Wo gelingt dies und wo zeigen sich Grenzen?
Der diesjährige Luzerner Kongress Gesellschaftspolitik stellt den beschleunigten Wandel auf dem Arbeitsmarkt ins Zentrum der Diskussion und fokussiert gleichermassen auf die individuelle und strukturelle Ebene.
Programm und Referierende
09.00 Uhr
Eintreffen und Begrüssungskaffee
09.15 Uhr
Begrüssung und Einführung ins Thema
Jörg Haslbeck, designierter Direktor Hochschule Luzern - Soziale Arbeit
09.30 Uhr
Angehörigenpflege im Schweizer Sozialversicherungssystem – Grundlagen, Entwicklungen und offene Fragen
Dr. Iren Bischofberger, Senior Researcher TdLab, ETH Zürich
10.00 Uhr
Wer trägt die Kosten? Finanzierungslogiken und Steuerungsanreize in der Angehörigenpflege
Dr. Christoph Kilchenmann, stv. Direktor und Leiter Tarifstrukturen & Amtstarife, prio.swiss
10.30 Uhr
Pause
11.00 Uhr
Anerkennung, Unterstützung und Systemgrenzen – was pflegende Angehörige wirklich brauchen
Tobias Holzgang, Leiter Angehörige pflegen, Caritas Schweiz
11.30 Uhr
Podiumsdiskussion: Anerkennung, Qualität, Finanzierbarkeit – wie weiter?
12.15 Uhr
Schlusswort und Dank
Prof. Jonas Willisegger, Leiter CC Public and Nonprofit Management, Hochschule Luzern – Wirtschaft
12.30 Uhr
Ende der Veranstaltung und Apéro riche
Kurzportraits der Referierenden (folgt)
Moderation
Jörg Haslbeck, designierter Direktor Hochschule Luzern – Soziale Arbeit
Sarah Mantwill, Research Director, CC for Learning Health Systems, Universität Luzern
Zielpublikum
Der Luzerner Kongress Gesellschaftspolitik richtet sich an Führungskräfte, Expertinnen und Experten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft sowie an Fachleute in öffentlichen und privaten Organisationen auf Bundes-, Kantons- und Gemeindeebene.
Der Luzerner Kongress Gesellschaftspolitik
Der Luzerner Kongress Gesellschaftspolitik befasst sich mit aktuellen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklungen, die eine hohe gesellschaftspolitische Relevanz für die Schweiz haben. Trägerorganisationen des Kongresses sind die Hochschule Luzern, das Luzerner Forum für Sozialversicherungen und Soziale Sicherheit und die Universität Luzern. Der Luzerner Kongress Gesellschaftspolitik findet 2026 zum vierzehnten Mal statt – in diesem Jahr zum ersten Mal an unserem neuen Standort "Perron" der HSLU Hochschule Luzern Wirtschaft und Soziale Arbeit.
Kosten
Tagungsbeitrag: CHF 250.-
Studierende: CHF 100.-
Inklusive Begrüssungskaffee, Pausenerfrischungen und Apéro riche
Tagungsbeitrag online: CHF 200.-
Studierende online: CHF 50.-
Anmeldung
Die Platzzahl ist beschränkt. Die Anmeldungen werden in der Reihenfolge ihres Eingangs berücksichtigt. Anmeldeschluss ist der 17. November 2026.
Bei der Anmeldung können Sie zwischen einer physischen oder digitalen Kongress-Teilnahme wählen. Nachträgliche Wechsel sind nur bis zehn Tage vor dem Anlass möglich. Bei einem Rückzug der Anmeldung bis zehn Tage vor Veranstaltungsbeginn bleiben 50% der Kongresskosten geschuldet. Bei einem Rückzug der Anmeldung später als zehn Tage vor Veranstaltungsbeginn oder bei Nichterscheinen bleiben 100% der Kongresskosten geschuldet.