Overview
Mobilität ist zentral für soziale Teilhabe. Wer mobil ist, kann eher am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Dies kann einerseits in Bezug auf die berufliche Weiterentwicklung sein: um an Arbeits- oder Ausbildungsorte zu gelangen, wird Mobilität in der heutigen modernen und mobilen Gesellschaft oftmals vorausgesetzt. Andererseits ist Mobilität ebenso wichtig im Privatleben. Soziale Kontakte können nur gepflegt werden – oder neue geknüpft werden – wenn verschiedene Personen an einem Ort zusammenkommen können. Die meisten Formen sozialer Aktivität sind in irgendeiner Form an mobile Aktivitäten gebunden.
Migrantisierte Personen sind im Besonderen auf soziale Teilhabe angewiesen, damit ihre berufliche und private Integration gelingen kann. Auf der einen Seite ist aus der bisherigen Literatur nicht bekannt, ob migrantisierte Personen tatsächlich weniger mobil sind. Die Beantwortung dieser Frage legt in einem ersten Schritt eine quantitative Auswertung nahe. Auf der anderen Seite ist das Zusammenspiel einer potenziell eingeschränkten Mobilität mit sozialer Teilhabe der migrantisieren Bevölkerung ebenso untererforscht. Wie erlebt die migrantisierte Bevölkerung ihre Mobilität? Haben sie Zugang zu Autos, ÖVs, Velos oder sonstigen Mobilitätsformen? Oder erleben sie ihre Mobilität als eingeschränkt, was sie daran hindert, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen? Was bräuchte es, um die Mobilität zu verbessern? Diese Fragen legen partizipative, qualitative Ansätze in Form eines Austauschs mit der Zielgruppe und weiteren Praxispartnern nahe.
Das IDN-Projekt zielt in einem ersten Schritt darauf ab, den Status Quo der Mobilität der überaus diversen migrantisierten Bevölkerung in der Schweiz mit Bezug zu sozialer Teilhabe im weitesten Sinne zu erfassen. In einem zweiten Schritt soll das Themenfeld präzisiert werden. Darauf aufbauend werden Anträge für ein drittmittelfinanziertes Projekt geschrieben.