Overview
Mit dem Pilotprojekt «Individuelle Betreuungs- und Entlastungsbeiträge (IBE)» erprobt die Stadt Luzern einen neuen Ansatz zur Mitfinanzierung von Betreuungs- und Entlastungsleistungen für ältere und unterstützungsbedürftige Menschen. Die Stadt Luzern und die Fachstelle Alter und Gesundheit (AGES) gehen dabei einen sehr innovatioven Weg. Im Zentrum stehen insbesondere intermediäre Angebote wie Tages- und Nachtstrukturen sowie die Frage, wie eine subjektorientierte Finanzierung den Zugang zu bedarfsgerechter Betreuung und Entlastung verbessern kann.
Das Kompetenzzentrum EBBL des Instituts für Sozialpädagogik und Sozialpolitik begleitet das Pilotprojekt mit einer mehrjährigen wissenschaftlichen Begleitevaluation. Im Zentrum stehen die Messung der Wirkungen, die Analyse der Nutzung und Erreichbarkeit der Angebote sowie die kontinuierliche Begleitung und Optimierung der Umsetzung. Untersucht wird unter anderem, welche Zielgruppen erreicht werden und welche besser erreicht werden können, wie die Beiträge genutzt werden und welche Veränderungen sich hinsichtlich Entlastung von Angehörigen, Lebensqualität, Selbstbestimmung, sozialer Teilhabe und Versorgung zeigen. Die Wirkung wird dabei systematisch auf den Ebenen Output, Outcome und Impact betrachtet.
Methodisch verbindet die Evaluation quantitative und qualitative Zugänge in einem Mixed-Methods-Design. Ein kontinuierliches Monitoring wird mit Befragungen, Interviews, Fokusgruppen, Prozessanalysen und Workshops kombiniert. Dadurch werden nicht nur Wirkungen erfasst, sondern auch Barrieren und Optimierungspotenziale frühzeitig erkannt und Erkenntnisse laufend in die Weiterentwicklung des Pilotprojekts zurückgespielt. Ziel ist es, evidenzbasiertes Wissen zur Wirksamkeit und Umsetzung der IBE zu schaffen und eine fundierte Grundlage für die Entscheidung über eine mögliche Überführung in den Regelbetrieb zu liefern.